Juli / August 2025
Zwischen Zelttradition und Zukunftsvisionen
Ankerpunkte für ephemere Stadtstrukturen
Karlsruher Institut für Technologie
Master
14.04.2025
Stadtquartiersplanung: Prof. Markus Neppl & Kreislaufgerechter Holzbau: Prof. Florian Kaiser
Kulturbauten
Vectorworks, SketchUp, Photoshop, QGIS
Festplätze sind mehr als Orte des Vergnügens: Sie sind kulturelle Ankerpunkte, identitätsstiftende Räume und generationenübergreifende Begegnungsstätten. Doch ihre Zukunft ist bedroht: Klimawandel, Flächenknappheit und die Herausforderungen temporärer Nutzungen erfordern neue Denkansätze.
In der Masterarbeit wird untersucht, wie sich die außerhalb von Veranstaltungen oft unattraktiven Plätze dauerhaft in lebendige, multifunktionale Räume verwandeln lassen, die Tradition bewahren, Begegnung fördern und Städte nachhaltig bereichern.
Drei ausgewählte Plätze in unterschiedlichen Kontexten dienen als Untersuchungsfelder für Strategien zur Wiedervernetzung sozialer, ökologischer und wasserwirtschaftlicher Strukturen in der Stadt. Die geplante Umgestaltung geht über die bloße Revitalisierung bestehender Plätze hinaus und eröffnet neue Perspektiven.
Festplätze können neue urbane Nutzungen für die Stadt bieten, indem sie zu zentralen Treffpunkten, zu Laboratorien für architektonische und soziale Experimente sowie für ökologische Innovationen werden.
Das Projekt untersucht, wie Architektur auf soziale und ökologische Transformationsprozesse reagieren und sich diesen anpassen kann.
Die sogenannten Ankerpunkte als Plattformen des kulturellen und sozialen Austauschs dienen als Modell für nachhaltiges Bauen mit reversiblen Konstruktionen sowie modularen und anpassungsfähigen Elementen, die sich kontinuierlich an die Bedürfnisse der Nutzer anpassen. Es handelt sich nicht um starre, unbewegliche Gerüste auf diesen Plätzen, sondern um dynamische Strukturen, die sich mit und durch ihre Nutzer weiterentwickeln und den Stadtraum sensibel und kreativ transformieren.
Diese Arbeit und das daraus resultierende Projekt laden dazu ein, unsere Beziehung zum öffentlichen Raum und seiner Interaktion mit der Umwelt zu überdenken. Ziel ist es, Identifikationsorte zu schaffen, die offen für alle, anpassungsfähig und in menschliche wie ökologische Dynamiken eingebettet sind - damit sie lebendig, widerstandsfähig und zukunftsweisend für die Stadt von morgen bleiben.
Text von Xavier Jahn.