Juli / August 2026
Revitalisierungspotenzial eines 70er-Jahre-Schulbaus
Nachhaltige Transformation der ehemaligen Heidelberg Middle School
Technische Universität Wien
Diplom
26.11.2025
BMLUK Stiftungsprofessur für Holzbau und Entwerfen im urbanen Raum, Univ. Prof. Arch. Mag.arch. Juri Troy
Bildungsbauten
Vectorworks, Rhino 3D, Adobe Creative Cloud
Das ehemalige Schulgebäude der "Heidelberg Middle School" steht seit rund zehn Jahren leer. Obwohl der kürzlich präsentierte Masterplan des Büros KCAP in Zusammenarbeit mit der Internationalen Bauausstellung Heidelberg den Erhalt des Gebäudes vorsieht, favorisierte die Stadtplanung lange Zeit einen Abriss. Eine funktional und wirtschaftlich tragfähige Umnutzung wurde bislang kaum in Betracht gezogen. Angesichts der ökologischen Dringlichkeit im Bausektor - verantwortlich für ca. 40 % der globalen CO2-Emissionen - ist jedoch ein Umdenken hin zu ressourcenschonenden Strategien unumgänglich, insbesondere im Umgang mit Bestandsbauten.
Ziel dieser Diplomarbeit ist es, das Transformationspotenzial des Schulgebäudes aus den 1970er Jahren systematisch zu analysieren und nachhaltige, zukunftsfähige Lösungsansätze für eine Umnutzung zu entwickeln. Der Fokus liegt dabei auf dem Einsatz von Holz als nachwachsendem, CO2-bindendem Baustoff, der eine nahezu klimaneutrale Sanierung ermöglicht. Das Projekt untersucht zudem, wie moderne pädagogische und räumliche Konzepte in den bestehenden Baukörper integriert werden können, um eine zeitgemäße und dem Lernen förderliche Umgebung zu schaffen. Dabei steht die Frage im Zentrum, welche architektonischen Maßnahmen eine ressourceneffiziente und emissionsarme Umsetzung ermöglichen.
Das Projekt versteht sich als modellhafter Beitrag zum Diskurs um klimaneutrales Bauen und nachhaltige Bildungsarchitektur. Es zeigt exemplarisch auf, wie durch die Transformation von Bestandsbauten nicht nur ökologisch sinnvolle, sondern auch sozial und funktional zukunftsfähige Lösungen entwickelt werden können - über den Schulbau hinaus und überregional übertragbar.
Text von Kristin Heußer.