Juli / August 2026
Stapeln, zwischen Solitär und Stadt
Transformation von bestehenden Hochhausstrukturen im städtischen Kontext
Hochschule Wismar
Master
03.07.2026
Entwerfen und Gebäudelehre / Prof. Simon Takasaki - L.
Bauen im Bestand
Rhino, ArchiCad, Enscape, Photoshop
Wie kann ein inaktiver, monofunktionaler Hochhausbestand durch Transformation zu einem öffentlich und gesellschaftlich wirksamen Stadtbaustein aktiviert werden? Das ehemalige Max-Rubner-Institut in Kiel steht seit Anfang des Jahres leer. Ziel der Umnutzung ist es, Räume zu schaffen, die Hilfe, Beratung, Öffentlichkeit und Alltag miteinander verbinden. Die Anonymisierung des urbanen Raumes wird durch diverse Nutzungen und Erschließungen im Hochhaus auf die Spitze getrieben. Einrichtungen mit Stigmatisierungsproblematiken können durch diese Anonymität im Herzen der Stadt existieren und den Nutzer*innen eine möglichst geringe soziale Schwelle bieten.
Die Eingriffe in den Bestand sind groß, aber zugleich sensibel. Eine Verändert und Anpassung an die neuen Nutzungen, ohne den ursprünglichen Charakter zu verlieren. Die bestehende Struktur, die Rasterung und die prägende Fassade bleiben weiterhin ablesbar und werden durch neue Eingriffe ergänzt. Durch seine Lage ist das Hochhaus bereits heute stark im Stadtraum sichtbar. Diese Sichtbarkeit wird durch die Aufstockung weiter gestärkt. In den obersten Geschossen soll dadurch ein Bereich für bürgernahe und inklusive Politik entstehen, der Austausch, Teilhabe und gemeinschaftliche Entscheidungen ermöglicht.
Text von Tjark Ove Delfs.