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Juli / August 2026

Technische Universität Delft

The Mediator

Connecting polarities to frame a cultural ecosystem

von Ferdinand Aull

Hochschule:

Technische Universität Delft

Abschluss:

Master

Präsentation:

26.06.2026

Lehrstuhl:

Public Building, Henk Bultstra, Sien van Dam, Nathalie de Vries

Rubrik:

Freizeit- und Sportbauten

Software:

Archicad, Twinmotion, Indesign

Diese Abschlussarbeit untersucht, wie Architektur das Ziel der "Nij Begun"-Agenda unterstützen kann, indem sie den Tourismus als Mittel zur Regeneration der Provinz Groningen nutzt. Jahrzehntelang trug die Provinz Groningen durch die Gasförderung wesentlich zum nationalen Wohlstand bei. Gleichzeitig verursachte dieser Prozess langfristige physische, soziale und wirtschaftliche Schäden innerhalb der Provinz. Als Reaktion darauf identifiziert die "Nij Begun"-Agenda den Tourismus als eines der Instrumente zur Unterstützung der Region.


Das in Winsum angesiedelte Projekt sieht ein Tourismuszentrum in der Nähe des Campingplatzes Marenland vor. In einem dezentralen Umfeld fungiert der Entwurf als regionale Schnittstelle, die Besucherströme bündelt und sie in Richtung der Groninger Landschaft, der landwirtschaftlichen Produktion und der lokalen Kultur umleitet. Anstatt Aktivitäten an einem einzigen Ort zu konzentrieren, verteilt es die Touristen über die gesamte Region und unterstützt die lokale Wirtschaft.

Der Entwurf orientiert sich am Konzept der Kreisläufe, was bedeutet, dass der Knotenpunkt in Marenland als Ankunfts-, Rückkehr- und Abfahrtsort dient. Tourismus wird daher nicht als einmaliger Konsumakt verstanden, sondern als fortwährende Auseinandersetzung mit der Region. Durch das Angebot vielfältiger räumlicher und programmatischer Zugangspunkte zum kulturellen Ökosystem von Groningen fördert das Projekt längere Aufenthalte und eine tiefere Auseinandersetzung mit den lokalen Besonderheiten.

Die landschaftliche Vielfalt Groningens wird architektonisch durch räumliche Polaritäten interpretiert und erfahrbar gemacht. Das konstruktive Konzept basiert auf einem Dachstuhl, das flexible Räume für Ausstellungen, Veranstaltungen und Workshops schafft. Aufgrund seines modularen und anpassungsfähigen Systems kann der Mediator als Prototyp auf weitere Standorte innerhalb der Region übertragen werden.

Die Materialität orientiert sich an der umliegenden Bebauung und kombiniert helles Naturholz mit schwarz lasierten Holzelementen. Die traditionelle japanische Technik des verkohlten Holzes schafft eine zeitgenössische Verbindung zum Bestand. Gleichzeitig erlaubt das flexible Konstruktionssystem eine standortspezifische Anpassung der Fassadengestaltung und macht den Entwurf auf unterschiedliche regionale Kontexte übertragbar.


Text von Ferdinand Aull.