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Juli / August 2026

Technische Universität Berlin

Die Panke als Commons

Flussraumrevitalisierung am Beispiel eines urbanen Fließgewässer

von Justin Sante

Hochschule:

Technische Universität Berlin

Abschluss:

Master

Präsentation:

06.02.2026

Lehrstuhl:

Entwerfen von Landschaften im Anthropozän - Prof. Dr. Lisa Babette Diedrich

Rubrik:

Infrastruktur

Software:

QGIS, Vectorworks, Adobe Photoshop

Die Arbeit untersucht, wie der Flussraum der Panke im Berliner Norden durch ökologische Revitalisierung, gemeinschaftsorientierte Planung und soziale Aneignungsprozesse zu einem resilienten, gemeinwohlorientierten Stadtraum transformiert werden kann. Ausgehend von einer umfassenden Analyse historischer, ökologischer und sozialer Schichten des Untersuchungsgebiets wird die Panke als relationales, vielschichtiges System verstanden, dessen Herausforderungen von hydrologischen Defiziten und mangelnder Gewässerqualität bis hin zu sozialräumlicher Unterversorgung und institutionellen Blockaden reichen.


Theoretisch verortet sich die Arbeit im Konzept der Commons, das als Alternative zu wachstumsorientierten und rein technischen Planungslogiken eingeführt wird und auf Selbstverwaltung, kollektiver Verantwortung und Zugänglichkeit basiert. Die Analyse entlang eines vier Kilometer langen Abschnitts der Panke zeigt, dass bestehende planerische Maßnahmen überwiegend modular, technisch und sektoral ausgerichtet sind und weder ökologische Dynamiken noch partizipative Potenziale ausreichend berücksichtigen.

Aufbauend auf einem iterativen Methodenmix aus Site-Reading, Datenanalyse, historischen Quellen, Ortsbegehungen und spekulativem Entwerfen entwickelt die Arbeit eine dreistufige Zukunftsstrategie: Erstens eine ökologische Transformation, die die Gewässerqualität und Landschaftsstruktur verbessert; zweitens eine gemeinwohlorientierte Entwicklung, die räumliche Zugänglichkeit, Nutzungsvielfalt und kulturelle Identität stärkt; und drittens ein nachhaltiges Beteiligungs- und Governance-Modell, das Multi-Akteur*innen-Partnerschaften und Instrumente der Boden- und Ressourcensicherung einbindet.

Das Ergebnis ist ein übertragbares räumliches und organisatorisches Framework, das zeigt, wie städtische Gewässerräume als Commons gestaltet werden können, um ökologische Resilienz, soziale Kohäsion und kollektive Handlungsmacht miteinander zu verbinden. Die Arbeit leistet damit einen Beitrag zur Weiterentwicklung von Commons-Theorien im urbanen Kontext und eröffnet neue Perspektiven für großmaßstäbliche Flussraumrevitalisierungen jenseits wachstumsorientierter Stadtentwicklung.


Text von Justin Sante.