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Juli / August 2026

Technische Universität Dresden

VolmeKraft voraus

Revitalisierung der Volme als neues urbanes Zentrum Hagens

von Ronja Leoni Gensel

Hochschule:

Technische Universität Dresden

Abschluss:

Diplom

Präsentation:

23.03.2026

Lehrstuhl:

Städtebauliches Entwerfen Prof. Manuel Bäumler

Rubrik:

Städtebau

Software:

ArchiCAD, SketchUp, Photoshop, 3dsmax, Corona Render, Adobe Illustrator

Der Entwurf versteht die Volme nicht länger als rückwärtigen Stadtraum, sondern als neues identitätsstiftendes Zentrum Hagens. Ausgangspunkt ist ein stark versiegeltes und fragmentiertes Gebiet mit geringer Freiraumqualität, eingeschränktem Zugang zum Wasser sowie Defiziten bei Klimaanpassung und Orientierung. Kern der Strategie ist ein durchgehendes Freiraumband entlang der Volme.
Die neue Volmepromenade öffnet den Flussraum, macht ihn erlebbar und verbindet Hauptbahnhof, Innenstadt und angrenzende Quartiere über ein zusammenhängendes Fuß- und Radwegenetz. Uferterrassen, Stadttreppen, Wiesenräume und Plätze schaffen abwechslungsreiche Aufenthaltsorte. Der umgenutzte Hochpunkt des ehemaligen Arbeitsamtes bildet gemeinsam mit vorgelagerten Wiesenterrassen den Auftakt und ein prägnantes Entrée zur Innenstadt.


Entlang der Promenade entstehen sechs Quartiere mit unterschiedlichen Schwerpunkten. Das Volmewerk vereint urbane Produktion, Handwerk, Start-ups und flexible Wohnformen. Wohnen am Volmebalkon steht für durchgrüntes, gemeinschaftliches Wohnen. Der Aktivcampus verbindet Bildung, Sport und Kultur. Der Urbane Hafen entwickelt bestehende Handelsstandorte zu einem gemischt genutzten Quartier weiter. Wohnen am Kai schafft urbanes Wohnen am Wasser, während der Kulturhain Raum für Kultur, Religion und Begegnung bietet. Die Quartiere besitzen eigenständige Charaktere, sind jedoch über die Promenade eng miteinander vernetzt.

Der Entwurf folgt dem Prinzip des Weiterbauens. Große Teile des Bestands bleiben erhalten und werden integriert. Rückbau erfolgt nur dort, wo er für Freiraumkontinuität, Hochwasserschutz und stadträumliche Qualität erforderlich ist. Dadurch wird die zentrale Schlüsselmaßnahme des Entwurfs ? die durchgehende Volmepromenade ? ermöglicht. Kleinteilige Garagen werden teilweise zurückgebaut und durch entsiegelte, ökologisch gestaltete Höfe ersetzt.

Die Volme wird als naturnaher Landschaftsraum mit zusätzlichen Retentionsflächen entwickelt. Flache Ufer, Auenbereiche und Blühwiesen fördern Biodiversität, verbessern das Mikroklima und stärken den Hochwasserschutz. Die Freiräume fungieren zugleich als Kaltluftkorridor für die Innenstadt. Regenwassermanagement, Entsiegelung und Grauwassernutzung ergänzen das Konzept. Die Mobilität orientiert sich am Umweltverbund mit einem dichten Fuß- und Radwegenetz, verkehrsberuhigten Quartieren sowie ÖPNV- und Sharing-Angeboten.

Der Entwurf transformiert die Volme vom vernachlässigten Randbereich zu einem lebendigen Zentrum Hagens. Durch die Verbindung von Freiraum, vielfältigen Quartieren, klimaresilienten Landschaftsräumen sowie nachhaltigen Mobilitäts- und Energiekonzepten entsteht eine robuste und langfristig tragfähige Stadtstruktur.


Text von Ronja Leoni Gensel.