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Juli / August 2025

Arkitektskolen Aarhus

DATUM

ALTER/ Extension_Erweiterung einer ehemaligen Sojafabrik

von Inke Riebesehl

Hochschule:

Arkitektskolen Aarhus

Abschluss:

Master

Präsentation:

10.06.2025

Lehrstuhl:

Studio 2A: Building Design and Techniques; Carolina Dayer, Antonio Bernacchi and Gonçalo André Pires

Software:

Rhino, Adobe Suit

Ein „Datum“ ist ein fester Bezugspunkt oder festgelegte Referenzebene, die als Grundlage für Messungen dient.

Das Projekt in Aarhus' Südhafen etabliert auf einer Höhe von +16,915 Metern über dem Meeresspiegel ein neues architektonisches Datum. Es baut auf einer ehemaligen Sojafabrik auf und ergänzt diese um drei bzw. vier neue Stockwerke, die Raum zum Wohnen und Arbeiten bieten. Nach dem Beispiel von Victor Hortas Maison du peuple entsteht eine Raumsequenz, deren architektonische Ausformung an ihre Nutzung angepasst ist und die Besuchenden Vertikalität erfahren lässt.

Das Bestandsgebäude, eine ehemalige Sojafabrik, befindet sich am Rand des Hafengebietes von Aarhus, Dänemark. Westlich der Sydhavngade, an der das Grundstück liegt, grenzt ein Wohngebiet mit freistehenden Solitären, weiter die Innenstadt, östlich erstreckt sich das Hafengebiet bis zum Meer. Das Gebäude ist bereits mehrfach erweitert worden: Zunächst nach Süden, unter Beibehaltung der architektonischen Sprache, später erfolgte ein Anbau im Norden mit einem neuer Logik für Büronutzungen. Das bestehende Gebäude, ist heute von diversen Nutzungen geprägt. Unter anderem befinden sich hier Büroflächen, ein Kunstkollektiv, ein Ausstellungsraum, eine Kaffeerösterei und Wohnungen. Die neue Konstruktion erhebt sich über dem massiven Bestand und bleibt gestalterisch eigenständig. Eine den Entwurf prägende Ebene auf +16,915 m ü.N.N. wird etabliert. Unter ihr formt die Dachlandschaft des Bestandes einen kollektiven Arbeitsraum, über ihr entstehen 16 neue Wohneinheiten, die das Arbeiten und Wohnen kombinieren.

Der Entwurf nutzt das existierende Tragwerksraster, doch überlagert dieses mit eigenen, programmatischen Logiken. So wird das 11-feldige Raster in acht Segmente unterteilt, die jeweils eine 115m2 und eine 75m2 große Wohneinheit formulieren. Jede dieser Segmente bildet unterschiedliche volumetrische Raumeinheiten aus. Nach Westen orientieren sich die Arbeitsräume, mit einer Raumhöhe von etwa 3,6 m. Nach Osten anstehen in der gleichen summieren Höhe drei Geschosse mit Raumhöhen von 2,3 m. Hier, mit Blick auf den Hafen, sind die Wohnräume. Das Mittlere Geschoss kann hierbei zur oberen, oder unteren Einheit zugeschaltet werden.

An der Ostfassade befinden sich außenliegende Schächte an die ein Badezimmer angeschlossen werden kann. Die technische Infrastruktur wird bewusst als gestalterisches Element inszeniert. Das Aufstocken erfordert neue Infrastruktur, die im Bestand schwer unterzubringen ist. Durch die Verlagerung an die Fassade entstehen natürlich belichtet und belüftete Badezimmer mit einem Schachtsystem, das adaptiv für die Zukunft ist. Nach Westen hin präsentiert sich der Entwurf mit einer transparenten Fassade, die nachts wie eine Laterne erleuchtet. Hier können Bewohnende eigene Projekte ausstellen und hinter ihr befindet sich ein innenliegender Laubengang, der als Kommunikationszone für die Bewohnenden dient. 

Text von Inke Riebesehl.