Platz 1
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Juli / August 2025

Technische Universität Braunschweig

Urban Rhapsody

Transformation am Brunnenplatz

von Nina Marie Grotherr

Hochschule:

Technische Universität Braunschweig

Abschluss:

Master

Präsentation:

25.03.2025

Lehrstuhl:

ISE - Institut für Städtebau und Entwurfsmethodik, Prof. Uwe Brederlau

Rubrik:

Städtebau

Software:

ArchiCAD, Adobe InDesign, Adobe Photoshop, Adobe Illustrator

Das Entwurfsgebiet liegt im Berliner Stadtteil Wedding, unweit des Bahnhofs Gesundbrunnen. Der Stadtraum ist derzeit stark versiegelt, dominiert vom motorisierten Individualverkehr und geprägt durch monofunktionale Gebäude, die wenig Raum für lebendige Stadtstrukturen lassen. Im Zentrum des Gebiets befindet sich ein großes Möbel-Kraft-Einrichtungshaus. Zwei Bahntrassen zerschneiden das Quartier im Südosten und schaffen eine spürbare Barriere zur Umgebung. Zudem teilt die Pankstraße mit ihren sechs Fahrspuren das Gebiet in zwei isolierte Bereiche. Öffentliche Begegnungsorte sind rar, Aufenthaltsqualität fehlt an vielen Stellen.

Der Entwurf verfolgt das Ziel, bestehende Barrieren zu überwinden, neue Verbindungen zu schaffen und attraktive Orte der Begegnung für die Bewohner*innen zu gestalten. Um dies zu erreichen, werden fünf Maßnahmen ergriffen. Die erste Maßnahme schafft die Anbindung des Humboldthains an das Quartier: Eine neue Fuß- und Fahrradbrücke erstreckt sich vom Quartiersplatz über die Bahntrassen hinweg und integriert den Park nahtlos in das städtische Gefüge. Dabei wird die Höhe des ehemaligen Möbel-Kraft-Gebäudes genutzt. Als zweite Maßnahme wird eine neue Wegverbindung entlang der Bahngleise geschaffen, die den Bahnhof Gesundbrunnen direkt mit der Panke verbindet. Durch diese Neugestaltung entsteht ein durchlässiger Stadtraum, der die bislang isolierte Rückseite des Quartiers auflöst und einen fließenden Übergang zwischen den Stadtbereichen ermöglicht. Die dritte Maßnahme widmet sich der Transformation der Großstruktur: Der ehemalige Möbel Kraft wird zum Kraftzentrum des Quartiers. Es entsteht ein urbaner Hybrid, der diverse Nutzungen beherbergt. Dafür wird das Gebäude bis auf das Stahlbetonskelett entkernt. In seinem Inneren entsteht ein dreidimensionaler Park, der als Bindeglied zwischen Brunnenplatz und Humboldthain fungiert. Die Nutzungen basieren auf den Kraftgebern des Menschen - Natur, Soziale Interaktion, Bewegung, Entspannung sowie Nahrung.

Eine weitere Maßnahme konzentriert sich auf die Neuausrichtung der Mobilität im Quartier. Eine große Quartiersgarage sowie mehrere Mobility Hubs schaffen ein zukunftsfähiges Verkehrsangebot. Gleichzeitig wird die Pankstraße neu strukturiert, wobei der Fokus verstärkt auf den Radverkehr gelegt wird. Die letzte Maßnahme setzt sich mit den Herausforderungen des Klimawandels auseinander. Der vorhandene Baumbestand wird bewusst in den Entwurfsprozess integriert und versiegelte Flächen werden aufgebrochen. Der historische, denkmalgeschützte Brunnenpark wird respektiert und in seiner Grundform nicht verändert. Das Ufer der Panke wird erweitert und mit neuer Vegetation versehen, um die Biodiversität zu fördern und einen naturnahen Erholungsraum zu schaffen.

Text von Nina Marie Grotherr.