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Juli / August 2025

HafenCity Universität Hamburg

Zukunft Hof

Leerstehende Hofstellen (um)nutzen - neue Wohnräume ermöglichen

von Christian Gerling, Roxanna Makkari

Hochschule:

HafenCity Universität Hamburg

Abschluss:

Master

Präsentation:

04.04.2024

Lehrstuhl:

Städtebaulicher Entwurf | Urban Design - Prof. Dott. Arch Paolo Fusi / Architektur, Raum und Gesellschaft - Prof. Dr. Sabine Hausmann

Rubrik:

Wohnbauten

Software:

ArchiCAD, Adobe Photoshop, Adobe Indesign, Twinmotion

Der Klimawandel schreitet voran, immer mehr Flächen werden versiegelt und es wird sowohl übermäßig viel gebaut als auch abgerissen. Ein Prozess, der dringend einer Veränderung bedarf, um die Zukunft unserer Gesellschaft zu sichern und nachhaltig gestalten zu können.

Gleichzeitig wächst die Weltbevölkerung - auch in Deutschland - stetig und es wird mehr Wohnraum benötigt. Der Bedarf hier kann nicht - allein - durch Neubauten und neu versiegelte Fläche gedeckt werden.

Es ist also ein Wandel und ein Umdenken ebenso notwendig wie alternative Lösungsansätze.

Die kleinere, heute nicht mehr genutzte Hofstelle birgt ein bisher weitgehend unerschlossenes Potenzial ländlicher Räume. Durch den Strukturwandel wurden und werden kleinere Höfe aufgegeben und die Nutzgebäude stehen leer. Eine Umnutzung dieser erfolgt aus verschiedenen Gründen selten bis nie. Die Folge: Verfall von Bausubstanz.

Daher setzt diese Masterarbeit den Fokus auf eben diese baulichen Ressourcen und geht der Frage nach, ob und wie diese Hofstellen als Potenzial für neuen Wohnraum und als ein Schlüssel zur Bekämpfung der Klimakrise erkannt und (um)genutzt werden können.

Die Arbeit ist in drei Phasen gegliedert:
In der ersten Phase gibt die Arbeit auf der Makroebene eine Übersicht über die Ausgangslage hinsichtlich der Transformation des ländlichen Raumes und der Notwendigkeit einer „Umbaukultur“, die den Fokus vom Neubau auf den Umbau verschiebt.

Auf der Mesoebene, in der zweiten Phase der Arbeit, wird die Stadt Dinklage als Kontext des späteren „Denkraumes“ analysiert. Themen wie Demographie, Siedlung und Gebäude, Landwirtschaft, Mobilität und Versorgung stellen hier einige Unterpunkte dar. Auch die historische Entwicklung und die damit verbundene Ausdehnung des Stadtkerns in den Außenraum werden aufgezeigt.

Zuletzt wird auf der Mikroebene, Phase 3, eine mögliche Umnutzung anhand einer Hofstelle ausgearbeitet. Im Zuge der Arbeit werden die aktuellen gesellschaftlichen und juristischen Rahmenbedingungen kritisch hinterfragt und durch konzeptionelle Annahmen überwunden, sodass Hypothesen für den Umgang mit leerstehenden Hofstellen erarbeitet werden können. In erster Linie soll das Potenzial dieser Bestandsgebäude und -strukturen für das Wohnen dargestellt werden.

Jede Hofstelle weißt einmalige Strukturen, Zustände und Nutzungsmöglichkeiten auf, die einen individuellen Umgang erfordern. Gerade durch ihre Vielfalt offenbaren die Hofstellen sich als ein enormes Potenzial, welches es zu erschließen und zu nutzen gilt.

Es wurden Maßnahmen entwickelt, die Änderungen im Bestand zulassen, diesen aber auch respektieren, und so einen praktischen Ansatz für eine nachhaltige Entwicklung der ländlichen Räume darstellen.

Ziel dieser Masterarbeit ist es, mit neu definierten Raumbildern und klaren Lösungsvorschlägen Diskussionen über die Wohnentwicklung ländlicher Räume anzuregen, um den Herausforderungen für eine zukunftsorientierten Baukultur und dem Wandel der ländlichen Räume gerecht zu werden.

Text von Christian Gerling und Roxanna Makkari.