Juli / August 2025
Weiterbauen
Schulerweiterung Waldhofgymnasium Bielefeld mit Umnutzung des Haus des Handwerks
Leibniz Universität Hannover
Master
14.07.2025
Entwerfen und Gebäudelehre, Baukunst, Prof. Zvonko Turkali
Bildungsbauten
Trimble Sketchup, Autodesk Revit, D5 Render, Adobe Photoshop
Das Konzept des WEITERBAUENS stellt eine zukunftsweisende Strategie im Bauwesen dar, bei der bestehende Strukturen sinnvoll genutzt und erweitert werden. Bestandsstrukturen, wie Gebäude oder Infrastrukturen, bilden oft eine wertvolle Grundlage, die durch Erhalt und kreative Anpassung neuen Anforderungen gerecht werden können.
Im November 2024 wurde die Meldung über den voraussichtlichen Abriss des HAUS DES HANDWERKS von am südlichen Rand der Bielefelder Altstadt, um eine bauliche Erweiterung des nebenan stehenden WALDHOFGYMNASIUMS auf Grund steigender Schülerzahlen zu realisieren, über die Medien verbreitet. Die Altstadt, welche diesem Namen durch ihre fast komplette Kriegszerstörung kaum gerecht wird, identifiziert sich nur noch mit einer Handvoll Gebäuden aus dem 20. Jahrhundert. Die Arbeit soll aufzeigen, wie bestehende Strukturen mit der spezifischen Nutzung vom Lernumfeld umgenutzt und kontextuell erweitert werden können. Denkmalwürdige Baustrukturen sollen nicht zugunsten eines mittelmäßigen Neubaus abgerissen werden, sondern neuen Nutzungen angepasst werden.
Der ENTWURF sieht zunächst den Abriss der nicht zeitgemäßen Schulsporthalle auf dem Gelände vor, um einen großzügigen Schulhof mit Anbindung das Haus des Handwerks zu schaffen. Ergänzend zu dem traditionellen Schulriegel aus den 50er/60er Jahren mit aneinandergereihten Klassenräumen an einem langen Flur soll ein neuer Schulriegel mit darunterliegender Sporthalle das veraltete Lernumfeld ergänzen und auflockern. Neben mehreren Verbindungen zum Bestand, welche durch Treppen das Neue mit dem Alten verweben und neu beleben, schafft eine unterirdische Verbindungsachse die Einbindung des Haus des Handwerks als neue Mensa in das bestehende Schulgefüge. In dem denkmalwürdigen Gebäude sind ebenfalls weitere das Lernangebot erweiternde Nutzungen, wie Schülerräume mit Café oder Werkräume mit Ausstellungsflächen im Geiste des Hauses untergebracht. Neben der Verbindung schafft der neue Pfad die Zugänglichkeit der neuen Schulbibliothek und eine Sichtbeziehung zur Schulsporthalle.
Der Lerngrundriss ist aufgelockert und schafft verschiedenste Räume des Austausches. Das neue Forum, welches sich aus dem Eingangsbereich des bestehenden Schulbaus entwickelt, verzahnt sich über einen großzügigen Luftraum mit Vor- und Rücksprüngen mit sämtlichen Ebenen.
Die KONSTRUKTION identifiziert sich unterhalb des Geländes als Betonbauweise, um eine gute Realisierbarkeit der unterirdischen Sporthalle und eine gute Gründung des darüberliegenden Schulriegels zu gewährleisten. Die drei neuen Lerngeschosse werden anschließend in Holzbauweise auf Basis eines aus dem Bestand übernommen Rasters hergestellt. Dabei werden die Verbindungsachsen zum Bestand als doppelte Rasterachse neben der Konstruktion der Sporthalle auch in die Fassade und Außenanlagengestaltung übertragen. Die FASSADE nimmt die Gestaltungsmerkmale und Farbgebung des Bestandes auf und präsentiert sich als moderne Holzfassade zu dem neuen Schulhof.
Text von Felix Kleinschmidt.