Nächstes Projekt 16/20  

Januar / Februar 2023

Technische Universität Berlin

Bike Box

Eine konzeptionelle Optimierung der ländlichen Mobilität

von Paula Tappe, Annalena Kindt

Hochschule:

Technische Universität Berlin

Abschluss:

Bachelor

Präsentation:

23.02.2022

Lehrstuhl:

FG CODE Prof. Ralf Pasel

Rubrik:

Verkehrsbauten

Software:

ArchiCAD, Rhinoceros, Qgis, Adobe Illustrator, Adobe Indesign, Adobe Photoshop

In Bezug auf die IBA Thüringen beschäftigt sich das Projekt mit möglichen Lösungsansätzen zu Themen wie der demografischen Schrumpfung, dem Klimawandel und der Energiewende. Es stellt sich die Frage, wie die Lebensqualität auf dem Land verbessert werden kann und welche Ansätze nötig sind, um der Urbanisierung entgegenzuwirken. Besonderer Fokus liegt hierbei auf dem Aspekt der Mobilität innerhalb des Unstrut-Hainich-Kreises. Nach Evaluation diverser Analysen des Gebiets soll ein neues Möbilitätskonzept in Form von E-Bikes entstehen.

Um eine realistische Alternative gegenüber des Autoverkehrs bieten zu können, müssen direkte Verbindungen zwischen den Ortschaften entstehen, was durch neu geplante Rad-Schnellstraßen umgesetzt wird. Ebenfalls ist ein Aus- und Umbau der bestehenden Radwege und Straßen nötig. Es entsteht ein großes zusammenhängendes Fahrradnetz im Landkreis, welches Sicherheit, Komfort und zeiteffizientes Fahren für alle Altersgruppen gewährleistet.

Um recherchierten Durchschnitten von tolerierten Fahrzeiten gerecht zu werden, sind die Radwege so entwickelt, dass nach 2-5 km, spätestens aber nach 10 km ein Zentrum mit Aufenthaltsfläche entsteht. Diese sind in Form einer Bike Box ausgebildet, welche gemäß des Raumprogramms und Regelwerks abhängig von Ortsgröße, Einwohnerzahl und den Abständen zwischen den Ortschaften unterschiedlich groß ausfallen können. Platziert werden die Boxen an zentralen Plätzen, um eine schnelle Anbindung an den bestehenden öffentlichen Nahverkehr zu ermöglichen, ihn zu ergänzen und flexibler zu machen.

Die Bike Box - Größen unterscheiden sich in Raumgrößen und Nutzungsanforderungen. Das System ist anpassungsfähig und ermöglicht dadurch eine flexible Gestaltung des jeweiligen Standorts. Je nach Art gibt es Ausstattungsmerkmale, welche die Bedürfnisse der Standortgrößen berücksichtigen. Je größer die Box, desto mehr Ausstattung und Programm, da potenziell mehr Andrang zu erwarten ist. Trotzdem sollen alle Gebäude die gleiche Typologie aufweisen, um die Zusammengehörigkeit zu kennzeichnen. Bei der Konstruktion handelt es sich um eine Holzrahmenkonstruktion, welche durch eine Lamellenfassade ergänzt wird.

Das System der Bike Box wird innerhalb des Projekts exemplarisch am Standort Kirchheilingen dargestellt. Hierbei wird die aktuelle Bushaltestelle des Ortes aufgegriffen und unter Beachtung des Regelwerks angepasst.

Als Ergänzung zum geplanten Radweg und den Bike Boxes, dient ein stationsbasiertes Bikesharing-System. Es ist ausschließlich auf elektrisch betriebene Fahrräder begrenzt und funktioniert durch ein online Reservier- und Buchungssystem, auf welches via App zugegriffen werden kann. Die Fahrräder können an einer gewünschten Box abgeholt und an einer beliebigen Anderen wieder abgestellt werden. Eigene Fahrräder können ebenfalls sicher untergebracht werden, wodurch kurze Wege für schnelle Erledigungen und lange Wege gegebenenfalls in Kombination mit dem ÖPNV möglich sind.
Text von Paula Tappe und Annalena Kindt.