Januar / Februar 2026

Leibniz Universität Hannover

Über die Umnutzung von Bürogebäuden

Architektonische Strategien für den Wandel urbaner Bürostrukturen

von Elias Spinas

Hochschule:

Leibniz Universität Hannover

Abschluss:

Master

Präsentation:

15.07.2025

Lehrstuhl:

Institut für Entwerfen und Gebäudelehre, Abteilung Entwerfen und Ressourcen, Prof. André Kempe

Rubrik:

Gewerbebauten

Software:

Archicad, Cinema4d, Chaos Corona, Adobe Photoshop

Der Wandel der Arbeitswelt mit Homeoffice, hybriden Modellen und Co-Working hat viele Bürogebäude der 1970er- und 1980er-Jahre überflüssig gemacht. Gleichzeitig steigt die Nachfrage nach Wohnraum in Städten. Die Umnutzung bestehender Bauten bietet daher eine nachhaltige Möglichkeit, Wohnraum zu schaffen und die Innenstadt zu stärken.

Das Projekt untersucht diese Strategie am ehemaligen Verwaltungsgebäude der ?Öffentlichen? in Oldenburg. Der Standort am Staugraben verbindet Altstadt und Hauptbahnhof, liegt in einem dynamischen Entwicklungsfeld und soll langfristig besser in den Stadtraum integriert werden. Neubauten und Platzgestaltungen in der Umgebung eröffnen Chancen für eine neue städtebauliche Adressbildung.

Das Gebäude ist durch ein 9,9 m x 9,9 m Stützenraster mit bis zu 40 m Gebäudetiefe geprägt. Die großen Tiefen erschweren klassische Wohnungen, eröffnen aber Potenziale für innovative Typologien. Im zweiten Obergeschoss entsteht Clusterwohnen mit drei Einheiten und 21 Apartments um gemeinschaftliche Flächen und Zugang zur Dachterrasse. In den oberen beiden Geschossen ergänzen 1,5- bis 4,5-Zimmer-Wohnungen das Angebot und fördern soziale Durchmischung.

Erschließung und Fassade werden an die Wohnnutzung angepasst: Zusätzliche Treppenhäuser sichern Brandschutz und flexible Nutzung, der hohe Sockel wird neu interpretiert, um den Stadtraum zu öffnen. Die robuste Stahlfassade wird demontiert, perforiert, pulverbeschichtet und als Teil einer neuen, lebendigen Fassade wiederverwendet. So entstehen Außenräume für die Wohnungen, die Aufenthaltsqualität erhöhen und die bestehende Substanz nachhaltig fortschreiben.
Das Projekt soll exemplarisch zeigen, wie überholte Bürogebäude wieder in den Stadtraum eingegliedert und durch neue Nutzungen transformiert werden können - städtebaulich verankert, sozial durchmischt und ökologisch nachhaltig.

Text von Elias Spinas