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Januar / Februar 2026

Hochschule Düsseldorf

Die Taubenhütte

Ein Pavillon für den Schützenverein

von Oliver Majewski

Hochschule:

Hochschule Düsseldorf

Abschluss:

Bachelor

Präsentation:

14.07.2025

Lehrstuhl:

Architektur, Jan Kampshoff und Wolfgang Zeh

Rubrik:

Kulturbauten

Software:

Archicad, Rhino, Illustrator

Einmal im Jahr erwacht auf dem Gelände der diesjährigen Landesgartenshow in Neuss das Schützenfest und umzingelt von den Kirmesständen wird das große Zelt aufgebaut. Doch was bisher nur temporär existiert, soll nun einen dauerhaften Rahmen bekommen.

"Warum darf der Schützenverein ein Haus im Bürgerpark bauen?" Eigentlich ein Ort für Eichhörnchen, Vogelgezwitscher und Spaziergänge.
Nun soll ein Teil der Grünen Fläche mit einem Clubhaus bebaut werden.
Und das für einen Verein, der lange als konservativ galt.
Aber der Schützenverein in Neuss ist im Wandel - Offenheit, Vielfalt und Freude am Zusammenkommen - Das steht heute im Mittelpunkt. Die Taubenhütte ist dabei ein Ausdruck dieser Entwicklung.

Ein Raum, in dem Menschen und Vögel aufeinander kommen und in Einklang miteinander leben. Ein Ort, der Aufenthaltsqualität für BesucherInnen bietet und gleichzeitig der heimischen Vogelwelt etwas zurückgibt. Das Motiv entstand - ein Stück Satire inklusive: Die Schützen beziehen ihr Vogelhäuschen.

Der Pavillon ist eingebettet in Bäume, die den Tauben einen geschützten Rückzugsort bieten und gleichzeitig eine leichte Abschirmung von den Wegen ermöglichen. Im Erdgeschoss öffnet sich eine flexibel nutzbare Fläche mit Bar und Küchenzeile. Auch ein barrierefreies WC ist hier untergebracht. Die Längsseiten des Pavillons lassen sich vollständig aufklappen und öffnen den Raum zum Park. Im oberen Geschoss sind die Tauben zu Hause: Über Öffnungen in der Fassade können sie ins Innere gelangen und Platz in eigens entworfenen Taubenregalen finden.

 
Ein zentraler Luftraum verbindet beide Geschosse. So wird miteinander gelebt, während die Bereiche für Mensch und Tier klar voneinander getrennt bleiben. Der Clubbereich der Schützen ist gedämmt, der Taubenbereich bleibt ungedämmt.
Der Fachwerkbau entstand aus der Tradition der Taubenhäuser. Passend, weil er tief in der deutschen Kulturgeschichte verwurzelt ist und noch heute für Tradition und Heimat steht - sehr stimmig für einen deutschen Schützenverein.
Doch genau wie der Verein selbst neu gedacht wird, soll auch das Fachwerk neu interpretiert werden. Die Hölzer bestehen jeweils aus drei Teilen, deren geringes Gewicht Transport und Aufbau erleichtert.


Die Holzverbindungen sind so konstruiert, dass sie sich nach dem Zusammenfügen jederzeit wieder trennen lassen - ein Auf- und Abbau ist also problemlos möglich und in Zukunft an einen anderen Ort denkbar.
Der Pavillon ist für die Nutzung über das ganze Jahr geplant: Im Sommer offen und luftig, im Winter geschlossen und warm.
Die rot gebeizte Holzfassade verleiht dem Bau eine unverwechselbare Identität, die auf das Schützenfest verweist. Zugleich zieht die Farbe Vögel aus der Ferne an - ähnlich wie Signalfarben von Beeren in der Natur.


Text von Oliver Majewski.