Nächstes Projekt 13/20  

Januar / Februar 2026

Brandenburgische Technische Universität Cottbus

Kulturkraftwerk Rummelsburg

Entwurf zur Umnutzung des Denkmals Kraftwerk Rummelsburg

von Simon Reichenheim

Hochschule:

Brandenburgische Technische Universität Cottbus

Abschluss:

Master

Präsentation:

25.09.2025

Lehrstuhl:

Entwerfen und Bauen im Bestand, Prof. Per Pedersen | Denkmalpflege, Prof. Dr. Johanna Blokker

Rubrik:

Industriebauten

Software:

Archicad, Photoshop, InDesign, Twinmotion

Die Grundlage für die Umnutzung des ehemaligen Kraftwerkes speist sich einerseits aus den Beispielen anderer bereits umgenutzter Industrieanlagen in Oberschöneweide, wie etwa dem Kraftwerk Oberspree oder dem AEG-Kabelwerk, die überwiegend Kreativ-, Bildungs- und Kultureinrichtungen beherbergen, und andererseits aus der Charakteristik des Kraftwerks als Produktionsstandort. 

Mit dem Entwurf soll sich das Kulturkraftwerk Rummelsburg zukünftig zu einem Hotspot für Kunst und Kultur entwickeln und sich gleichzeitig auf seine Kernaufgabe des alltäglichen Schaffens und Produzierens besinnen. Kunstschaffenden wird viel Raum sowie eine umfangreiche Infrastruktur mit unterschiedlichen Werkstätten und Ateliers geboten. Gleichzeitig sollen durch ein Ausstellungsgebäude und eine große Veranstaltungshalle auch BesucherInnen angezogen werden.


Ziel ist es, den denkmalpflegerischen Wert des Kraftwerks möglichst wenig zu beeinträchtigen und gleichzeitig seine Sichtbarkeit und Zugänglichkeit zu erhöhen. Durch den Wegfall des Kesselhauses an der Rückseite der Anlage ist ein großer Leerraum entstanden, der wenig Attraktivität ausstrahlt. Dabei bietet gerade die Rückseite mit ihrem Bezug zur Spree und dem Hafen Rummelsburg Aufenthaltsqualität. Zudem hat der Wegfall zu einer räumlichen Trennung zwischen dem Betriebsgebäude und Maschinenhaus an der Rummelsburger Landstraße sowie dem verbliebenen Fragment des Kesselhauses im Süden an der Nalepastraße geführt. Mit der Positionierung von drei neuen Baukörpern versucht der Entwurf, diese entstandene Lücke zu schließen.


Der erste Baukörper schließt nördlich an das Maschinenhaus an, nimmt die kaskadenartige Abfolge der früheren Anlage auf, rückt hinter dem Maschinenhaus hervor und bildet so einen neuen Eingang. Er dient als Empfangsgebäude für Veranstaltungen in der alten Turbinenhalle und beherbergt zwei große Treppenaufgänge. Der zweite Baukörper positioniert sich im südlichen Teil der Anlage an den Überresten des alten Kesselhauses. Entlang des freistehenden Mauerfragments von Hans Heinrich Müller entsteht ein weiterer Eingang sowie ein großes Foyer für das Ausstellungsgebäude. Dieses schließt als dritter Baukörper direkt an das Foyer an und wird durch seine Erhöhung und sein Hervortreten in Richtung des zentralen Werkhofs als eigenständiges Volumen wahrnehmbar. 

Alle Neubauten nehmen das Belichtungsprinzip der Turbinenhalle auf und werden über das Dach mit Tageslicht versorgt. Dadurch stellen sie einen Bezug zur industriellen Geschichte der Anlage her, die auch auf die Forderungen des Berliner Kraftwerkingenieurs Georg Klingenberg nach mehr Tageslicht zurückgeht.

Der Werkhof im Zentrum des neuen Ensembles verbindet die Neubauten mit dem Bestand und bietet über eine Promenade einen direkten Zugang zum Hafen Rummelsburg und zu einer neu geschaffenen Parkanlage am Ufer der Spree. Der Hof kann von den Kunstschaffenden für Arbeiten unter freiem Himmel genutzt werden und dient gleichzeitig als Terrasse.


Text von Simon Reichenheim.