Jurypreis
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Mai / Juni 2026

Technische Universität Berlin

TAKE CARE

Umnutzung und Nachverdichtung des GSZM in Berlin

von Maxine Lass

Hochschule:

Technische Universität Berlin

Abschluss:

Master

Präsentation:

13.04.2026

Lehrstuhl:

Fachgebiet CODE, Prof. Ralf Pasel-Krautheim

Rubrik:

Wohnbauten

Software:

ArchiCAD, 3Ds Max, Vray, Adobe Photoshop

Die Masterarbeit TAKE CARE entwickelt ein progressives städtebauliches und architektonisches Konzept für das Gesundheits- und Sozialzentrum Moabit (GSZM) in Berlin. Ausgangspunkt ist ein von der Stadt Berlin initiiertes Werkstattverfahren zur Weiterentwicklung des Areals. Aufbauend auf den dort formulierten Bedürfnissen untersucht die Arbeit, wie ein bestehender sozialer und gesundheitlicher Campus zu einem offenen, gemischten Stadtquartier erweitert werden kann.


Der Entwurf versteht den Ort als Teil einer "Caring City" - einer Stadt, die soziale Infrastruktur, Wohnen und öffentliches Leben zusammendenkt. Inspiriert von Jan Gehls Städte für Menschen (2010) wurde das Projekt konsequent aus der Perspektive von Fußgänger:innen und Radfahrer:innen entwickelt.

Der westliche Teil des Areals bleibt den bestehenden Gesundheits- und Sozialnutzungen vorbehalten und folgt der klaren städtebaulichen Ordnung des Bestands. Im östlichen Bereich entsteht dagegen ein neues Wohn- und Gemeinschaftsquartier mit einer offeneren, lockereren Struktur und gemeinschaftlichen Freiräumen zwischen den Gebäuden.

Die Erdgeschosse sind öffentlich orientiert und verbinden den Campus mit dem umliegenden Quartier. Cafés, kleine Läden, Mehrzweckräume und Flächen für soziale Initiativen schaffen Orte für Begegnung und Alltag. Das gesamte Areal ist autofrei konzipiert und priorisiert gemeinschaftliche Außenräume sowie Fuß- und Radverkehr.

Zwischen altem Baumbestand, Bestandsgebäuden und Neubauten entsteht eine zusammenhängende Freiraumlandschaft mit Gemeinschaftsgärten, Aufenthaltsflächen, Caféterrassen und Rückzugsorten. Die Außenräume werden dabei als aktive Erweiterung des gemeinschaftlichen Lebens verstanden.

Insgesamt entstehen rund 145 Wohnungen in unterschiedlichen Typologien: betreutes Senior:innenwohnen, Familienwohnungen, Wohnungen für Singles, Paare und Studierende sowie temporäre Wohnangebote für vulnerable Gruppen. Ein Teil der Wohnungen wird über ein quersubventioniertes Modell finanziert, um bezahlbaren Wohnraum für Geflüchtete und ehemals wohnungslose Menschen zu ermöglichen. Ergänzend werden Teile des Quartiers genossenschaftlich organisiert.

Alle Gebäude basieren auf einem einheitlichen Raster von 3,2 × 3,2 Metern. Dieses konstruktive System ermöglicht flexible Wohnformen und schafft gleichzeitig eine langfristig anpassbare Struktur. Die Konstruktion erfolgt in modularer Holzskelettbauweise und verbindet räumliche Flexibilität mit einem ressourcenschonenden Ansatz.

Die Arbeit wurde bis in den Detailmaßstab entwickelt - von städtebaulichen Raumfolgen bis hin zu Materialien, Farben und Atmosphären innerhalb der Wohnungen. Care wird dabei nicht nur als soziale oder gesundheitliche Aufgabe verstanden, sondern auch als räumliche Qualität und als Frage danach, wie sich Menschen in ihrer gebauten Umgebung fühlen. Ziel war es, Räume zu schaffen, die unterschiedlichen Lebensrealitäten gerecht werden – denn eine Stadt ist nur dann gut, wenn sie gut für alle ist.

Text von Maxine Lass.