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November / Dezember 2022

HafenCity Universität Hamburg

Stadtbad in Hamburg

Ein soziales Monument

von Thomas Jankowski, Hanna Tschierse

Hochschule:

HafenCity Universität Hamburg

Abschluss:

Master

Präsentation:

15.09.2022

Lehrstuhl:

Prof. Gesine Weinmiller - Entwerfen & Gebäudelehre

Rubrik:

Freizeit- und Sportbauten

Software:

Archicad, Adobe Photoshop

Einführung
Für den Entwurf des Stadtbades wird nach einer Idee für Baderäume gesucht, welche die Charakteristiken aus Vergangenheit, Ort und kultureller wie gesellschaftlicher Umgebung respektieren. Auf Grundlage von Analysen der Historie, sowie der Entwicklung des Stadtparks und seiner Bauten, wandelt der Entwurf auf den städte- und landschaftsbaulichen Ideen des ehemaligen Hamburger Oberbaudirektors Fritz Schumacher und sucht eine Auseinandersetzung mit seinem architektonischen Erbe.

Konzept
Das Bearbeitungsgebiet fasst das Naturbad mit seinem Wassertheater, sowie den vorgelagerten Platz, welcher als Haupteingang des Hamburger Stadtparks beschrieben werden kann. Das Badehaus wird als ein Ort gedacht, in dem sich dem Alltag entzogen und Erholung und Wahrnehmung des Körpers und Geistes alleine, wie auch in Gemeinschaft gestärkt wird. Die Nutzung stärkt den öffentlichen, gemeinschaftlichen Gedanken, sowie den sportlich und gesundheitlichen Schwerpunkt des Parks und reiht sich als „soziales Monument“ in das architektonische Konglomerat des Stadtparks ein.

Entwurf
Weiter orientiert sich der Entwurf thematisch an der zentralen Achse, welche vom Planetarium zum Stadtparksee im Stadtbad mündet. Die Spannung zwischen Planetarium und Stadtbad soll die städtebauliche Idee der im Zweiten Weltkrieg zerstörten Stadthalle gegenüber dem
Planetarium wiederherstellen und den landschaftlich gestalteten Kanten aus Baumreihen wieder einen Gebäudekörper als Ausrichtung und Abschluss geben.
Um ein Gegenüber zu formulieren antwortet das Stadtbad dem Planetarium mit gestalterischen Ausdruck und bildet gleichzeitig einen Auftakt und Adresse des Stadtparks.

Die charakteristischen Strukturen des Stadtparks finden im Innenraum Kontinuität, indem sym-metrische Versprünge eine fließende Sequenz an Haupträumen eröffnen. Die Räume sind zu den vier unterschiedlichen Parkseiten des Hauses orientiert. Empfangsräume liegen am Südring, der Therapieraum zur begrünten Parkseite und das Café zum Platz und Stadtparksee.

Licht & Material
Das Lichtspiel im Innenraum begleitet die Bewegungen des Besuchers durch das Badehaus.
Indirektes Licht fällt durch Lochmauerwerk in die privaten Sauna- und Duschbereiche, während weite Fensteröffnungen die großen Baderäume erhellen. Die natürliche und harmonische Atmosphäre respektiert das Konzept des Stadtparks als Ort für Ruhe und Erholung und gleichsam Geselligkeit und Austausch.

Das Dachbad ist zentral zu seinem Schwimmbecken ausgerichtet und spannt über einer 25m langen Schwimmbahn den höchsten Raum im Gebäude auf. Oberlichter beleuchten den Dachraum und leiten entlang Trichter-förmiger Stützfiguren und Dachschrägen das natürliche Sonnenlicht auf die Badefläche. Holzlamellen als Dachverkleidung kontrastieren den glatten Terrazzoboden und die matten Dachträger. Der Raum erhält durch das Schattenspiel auf den unterschiedlichen Materialien eine natürliche Atmosphäre, die an Baumstämme, Blätter, Pilze und Kieswege im Park erinnern soll.
Text von Thomas Jankowski und Hanna Tschierse.