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November / Dezember 2022

Fachhochschule Erfurt

Bauhütte Altenburg

Kohäsion

von Julian Kirchner

Hochschule:

Fachhochschule Erfurt

Abschluss:

Bachelor

Präsentation:

27.07.2022

Lehrstuhl:

Dipl.-Ing. Marc Benjamin Drewes

Rubrik:

Bauen im Bestand

Software:

Vectorworks

Jahrzehnte langer Leerstand und Bevölkerungsschrumpfung bedrohen das baukulturelle Erbe der Stadt Altenburg. Zur Reaktivierung des historischen Baubestandes bedarf es Akteure, Netzwerke, sowie Erfahrungswerte. Die Bauhütte schafft nicht nur einen Raum für Vernetzung von Verwaltung, Planung und Ausführung, sondern kann als Referenz für die Aktivierung einer Baulücke und des baukulturellen Erbes wegweisend sein. Entlang der Teichstraße klaffen Lücken in der ehemals geschlossenen Blockbebauung. Der fragmentierte Bestand, der vor allem auf Wohnnutzungen ausgerichtet wurde, offenbart kleinteilige sowie ungewöhnliche Grundrissstrukturen. Die Lückenbebauung stellt den städtebaulichen Zusammenhang her und kann zwischen den divergierenden Bestandsgeschossen vermitteln. Die Geschosse des Neubaus werden in Split-Level-Ebenen aufgelöst. Die großräumigen Ebenen drehen sich um einen Aufzugskern und erweitern die kleinteilige Grundrissstruktur des Bestandes. Durch Einschnitte in die Ebenen entstehen Lufträume, Galerien oder Doppelgeschosse. Diese Einschnitte klettern die Baulücke hinauf und schaffen unterschiedliche räumliche sowie visuelle Qualitäten. Die Wendeltreppen führen die Räume elegant zusammen. Die Geräumigkeit des Neubaus ermöglicht eine flexible Anpassung der Lehrangebote und Veranstaltungen. Die Struktur kann somit in Zukunft wieder angeeignet bzw. neuinterpretiert werden. Gleichzeitig lädt das offene Raumprogramm durch Doppelgeschosse und Wegräumen zur informellen Vernetzung ein. Die konstruktive Logik des Neubaus differenziert die tragenden Außenwände in Tafelbauweise und den Aufzugskern in Massivbauweise. Das Ständerwerk offenbart den konstruktiven Ausdruck nach Innen sowie nach Außen. Die Gefacht sind entweder Massiv mit Lehmziegel gemauert, mit Zellulose gedämmt oder transparent durch Fensterelemente geöffnet. So schafft die Bauhütte nicht nur Raum, sondern macht das Bauen mit natürlichen Ressourcen erfahrbar.
Text von Julian Kirchner.