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November / Dezember 2022

Technische Universität Berlin

Atopos.

Models of Coexistence

von Alexander Jerosch-Herold, Jakob Krauss

Hochschule:

Technische Universität Berlin

Abschluss:

Master

Präsentation:

05.10.2022

Lehrstuhl:

Architecture for Health / Prof. Prof. Lars Steffensen

Rubrik:

Wohnbauten

Software:

Archicad, Adobe Illustrator, Adobe Lightroom

Neuzugewanderte, die heute in den deutschen Städten ankommen, haben es nicht leicht: das Impermanente von Flucht und Verfolgung, das Gefühl, nicht am rechten Ort zu sein, setzt sich im Hinblick auf ihren neuen Wohnort häufig fort. Wohncontainer, alte zweckentfremdete Gebäude und schnell produzierte Fertigteil-Architekturen sind unzureichende Formen der Unterbringung, welche den unterschiedlichen Bedürfnissen der nach Deutschland kommenden Menschen nicht gerecht werden. Diesen Unterkünften fehlt es nicht nur allgemein an Platz oder privaten Rückzugsräumen, es fehlt ihnen vor allem der Kontakt zur Aufnahmegesellschaft: umzäunt, bewacht und nicht selten an den Rand der Städte verbannt, sind sie aus dem städtischen Gefüge herausgelöste Räume. Die ursprünglich für ein Wohnen auf Zeit konzipierten Standorte drohen sich zu verstetigen und werden so für viele Menschen zum langfristigen Lebensmittelpunkt. Es verwundert kaum, dass sich hier nur selten Perspektiven für ein Bleiben und Weiterkommen im Zufluchtsland eröffnen.

Im Prozess der Integration spielt gerade das Wohnen eine ganz entscheidende Rolle. Anstatt Zufluchtsuchende mit Erwartungen und Auflagen zu überfordern, sollte ihnen anfangs etwas entgegengebracht werden: nämlich ein Ort, an dem sie ankommen und bleiben können. Ein Ort, an dem das Gefühl deplatziert zu sein überwunden wird. Mit der Arbeit Atopos. Models of Coexistence suchen wir nach Antworten, wie eine solche Architektur des Ankommens und Bleibens aussehen kann. Der eigene Wohnort ermöglicht nicht nur Privatheit im Alltag, er ist genauso Vehikel zum Aufbau sozialer Beziehungen. Entworfen haben wir ein städtisches Wohngebäude, das wir als ein mögliches unter vielen noch zu entwerfenden Modellen des Zusammenwohnens verstehen. Neuzugewanderte wie Ortsansässige finden hier einen Ort, der mehr als eine bloße Behausung ist. Er ist die Grundlage gesellschaftlicher Teilhabe und der Ort, von dem aus jeder seine Zukunft gestalten kann.
Text von Alexander Jerosch-Herold und Jakob Krauss.