Nächstes Projekt 08/20  

September / Oktober 2026

Technische Universität Wien

Nach Dienstschluss

Das Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen

von Cosima Kristl, Nicola Marquass

Hochschule:

Technische Universität Wien

Abschluss:

Diplom

Präsentation:

17.06.2026

Lehrstuhl:

Hochbau 1 (Lorenzo De Chiffre); Denkmalpflege und Bauen im Bestand (Birgit Knauer)

Software:

ArchiCAD, InDesign, Photoshop

Ursprünglich als hochgradig rationales Verwaltungssystem konzipiert, wird das ehemalige Bundesamt für Eich- und Vermessungswesen als öffentliche urbane Ressource neu interpretiert. Anstatt die bestehende Struktur zu ersetzen, baut der Entwurf auf ihrer räumlichen Logik auf und erhält das Betonskelett, das Fassadensystem sowie die modulare Organisation als zentrales Entwurfsgerüst.


Gezielte Eingriffe transformieren das ehemals abgeschlossene Verwaltungsgebäude in ein gemischt genutztes Umfeld. Während der zentrale Gebäudetrakt weiterhin die Institution beherbergt, werden die Seitentrakte für Wohnen, Forschung und öffentliche Nutzungen geöffnet. Neue vertikale Verbindungen durchdringen die bestehende Struktur, verknüpfen zuvor isolierte Geschosse und schaffen eine durchgehende räumliche Sequenz.


Die bestehende Aluminiumfassade bleibt als dauerhafte Schicht der Identität des Gebäudes erhalten. Neue Ergänzungen sind klar ablesbar, folgen jedoch dem Rhythmus und der Logik des ursprünglichen modularen Systems. So kann sich das Gebäude weiterentwickeln, ohne seine architektonische Kohärenz zu verlieren.


Das Projekt versteht Erhaltung nicht als das Einfrieren eines Gebäudes in der Zeit, sondern als Weiterentwicklung seiner zugrunde liegenden Systeme. Bestehende Strukturen werden zur Ressource für zukünftige Transformationen. Der Entwurf zeigt damit, wie die robuste Architektur des späten 20. Jahrhunderts neue Formen des Wohnens, Arbeitens und öffentlichen Lebens aufnehmen kann.


Text von Cosima Kristl, Nicola Marquass.