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September / Oktober 2026

Technische Universität Darmstadt

EDEN

science in paradise

von Tom Jakobs

Hochschule:

Technische Universität Darmstadt

Abschluss:

Bachelor

Präsentation:

15.07.2026

Lehrstuhl:

Entwerfen und Baugestaltung Prof. Wolfgang Lorch

Rubrik:

Bildungsbauten

Software:

Archicad, Blender, Rhino, Photoshop, Indesign

EDEN ist der Entwurf eines Forschungs- und Lebensortes für Biodiversitätsforschung am Bodensee. Ausgangspunkt ist die Frage, wie sich ein Forschungsbau in die sensible Uferlandschaft einfügen und zugleich eine eigenständige architektonische Identität entwickeln kann. Der Entwurf greift Typologien und konstruktive Prinzipien der regionalen Baukultur des Voralpenraums auf und übersetzt sie in eine zeitgenössische Architektursprache.

Zwei orthogonal zum Bodensee ausgerichtete Langhäuser gliedern das Grundstück und bilden eine räumliche Schwelle zwischen Öffentlichkeit und renaturierter Forschungslandschaft. Im Überschneidungsbereich entsteht mit Café und Bibliothek ein öffentlicher Begegnungsort. Der Forschungsriegel und der Wohnriegel entwickeln sich von diesem gemeinsamen Zentrum aus in die Landschaft. Gleichzeitig wird der bestehende Uferradweg entlang der Baukörper geführt und die Bewegung zum See gezielt gelenkt.
Das räumliche Konzept wird durch massive Stampflehmkerne geprägt. Im Forschungsriegel nehmen sie die sterilen Laborbereiche und Funktionen auf und strukturieren die offenen Arbeitsflächen. Das daraus entstehende Open-Lab-Prinzip schafft flexible Räume für Austausch und interdisziplinäre Zusammenarbeit. Im Wohnriegel wird dieser Gedanke als Open Living weitergeführt: Private Wohneinheiten werden mit gemeinschaftlichen Bereichen verbunden, die Begegnung und Austausch zwischen den Forschenden ermöglichen.
Konstruktiv ist EDEN als Holz-Lehm-Hybridbau konzipiert. Die massiven Stampflehmkerne verleihen dem Gebäude Masse und eine erdverbundene Atmosphäre, während die leichte Holzkonstruktion offene und flexible Raumstrukturen ermöglicht. Verchromte Edelstahloberflächen setzen innerhalb der Forschungsbereiche gezielte technische Akzente. Ein prägnantes Dach fasst die unterschiedlichen Nutzungen zu einem gemeinsamen Ensemble zusammen und nimmt in abstrahierter Form Bezug auf die Silhouette und Baukultur des Voralpenraums.

So entsteht eine Architektur zwischen Forschung und Wohnen, Öffentlichkeit und Rückzug sowie Landschaft und See.


Text von Tom Jakobs.