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September / Oktober 2026

Technische Universität Wien

Brettldorf 2.0

Selbstbau für den Wiener Westen

von Paul Frederik Winkler

Hochschule:

Technische Universität Wien

Abschluss:

Diplom

Präsentation:

05.05.2026

Lehrstuhl:

BMLUK Stiftungsprofessur für Holzbau und Entwerfen im urbanen Raum; Prof. Juri Troy

Rubrik:

Wohnbauten

Software:

Archicad, Adobe InDesign, Adobe Illustrator und ganz viele Handskizzen

Brettldorf 2.0 befasst sich mit Selbstbau - einer Idee bei der, dem Baugewerbe ferne Menschen selbst Gebäude errichten können. Dabei müssen Einfachheit und Handhabung immer im Vordergrund stehen. Mit dem Namen wird Bezug auf die Anfänge der Wiener Siedlerbewegung in der Zwischenkriegszeit genommen. Anfangs aus der Not heraus entstandene Selbstversorger-Häuser entwickelten sich schnell zu einer Bewegung deren Gebäude heute noch die Außenbezirke Wiens prägen. An diese Idee der Selbsthilfe durch Selbstbau wird angeschlossen. Die hier verfasste Diplomarbeit ist im Gesamten als Anleitung anzusehen. Es wird eine Möglichkeit aufgezeigt, wie bereits bestehende, kleinmaßstäbliche Stadtstrukturen mit einem partizipativ-sozialen Wohnbaumodell verdichtet werden können. Dieses soll im Selbstbau errichtet werden. Die Struktur basiert auf einfachen, verschraubbaren Holzrahmen, die sowohl leicht zusammenzusetzen als auch auseinanderzunehmen sind. Es war dabei nicht das Ziel möglichst große, eindrucksvolle Bauwerke zu planen, sondern kleine, funktionale, wohnliche Häuser im Sinne der Siedlerbewegung. Wohnen am absoluten Minimum (Tiny-House) oder temporäres Wohnen ist dabei nicht das Vorbild.


Die Arbeit ist in insgesamt fünf Teile gegliedert: Die Einleitung, bei der mein Zugang zum Selbstbau erläutert und eine mögliche Definition des Begriffs gegeben wird. Es folgt Kapitel 2, "Erfahrung", das die Analysebasis dieser Arbeit bildet. Hier werden verschiedenste Referenzprojekte aufgezeigt die mit den Thematiken Siedlungsbau, Selbstbau und einfachem Bauen in Verbindung stehen. Alle dort aufgeführten Projekte wurden vor Ort studiert. Die Referenzen befinden sich in Österreich, Deutschland, England und in Japan.

Aus den daraus gewonnenen Erkenntnissen sind in Kapitel 3 verschiedene Anleitungen erarbeitet worden. Es soll Laien möglich sein, selbst ein Brettldorf 2.0 zu entwerfen. Dies beginnt im größten Maßstab mit der städtebaulichen Anordnung einer Siedlung. Darauf folgt eine Schritt-für-Schritt Erklärung zum Entwurf eines einzelnen Wohnhauses. Dabei werden die Anleitungen jeweils mit Anwendungsbeispielen veranschaulicht. Zuletzt wird das Bausystem, bei dem auch die modular einsetzbaren Bauteile erläutert werden, erklärt. Die Grundzüge der System wurden dabei maßgeblich aus den Selbstbau-Ideen Walter Segals heraus entwickelt.


Kapitel 4 zeigt die Anwendung der vorgestellten Anleitungen. Hier wird ein konkreter Bauplatz im Westen Wiens hergenommen und auf Basis der zuvor erläuterten Punkte beplant. Um die einfache Baubarkeit des Systems zu beweisen wurde ein Prototyp gebaut.

Methodisch basiert die Arbeit auf vor Ort Analysen, persönlichen Gesprächen mit Architekten, Erbauern und Bewohner. Da die Kommunikation mit Nicht-Architekten bei dieser Arbeit im Vordergrund stand wurde versucht die Sprache als auch die grafische Darstellung leicht verständlich und optisch ansprechend zu gestalten. Einfachheit und Praktikabilität waren dabei immer im Vordergrund.


Text von Paul Frederik Winkler.