September / Oktober 2026
Drei im Bühl
Transformation Krankenhaus Schramberg
Hochschule für Technik Stuttgart
Master
20.07.2026
Fakultät Architektur und Gestaltung // Prof. Horst Sondermann
Gesundheitsbauten
Vectorworks, Blender, Photoshop
"Drei im Bühl" untersucht die Transformation des ehemaligen Krankenhauses im Bühlpark in Schramberg. Ausgangspunkt ist ein großmaßstäblicher Gebäudekomplex mit drei markanten Flügeln, der nach dem Ende seiner ursprünglichen Nutzung nur noch eingeschränkt in das städtische Leben eingebunden ist. Die Arbeit versteht den Bestand dabei nicht als Hindernis, sondern als räumliche, konstruktive und materielle Ressource.
Der Entwurf verfolgt das Ziel, die vorhandene Struktur mit möglichst wenigen Eingriffen weiterzuentwickeln. Durch gezielte Rückbauten wird die Dreiteiligkeit der Anlage wieder stärker ablesbar. Ergänzt werden die Bestandsbauten durch leichte, reversible Holzstrukturen, die Laubengänge, Balkone, neue Erschließungen und gemeinschaftlich nutzbare Außenräume aufnehmen. Bestand und Ergänzung bleiben dabei bewusst unterscheidbar.
Inhaltlich entsteht ein gemischt genutztes Ensemble, das Wohnen, Arbeiten, Kultur und gemeinschaftliche Angebote miteinander verbindet. Vorgesehen sind unterschiedliche und anpassbare Wohnformen sowie Flächen für Gewerbe, Vereine, Ateliers, Praxen und Veranstaltungen. Feste Installations- und Erschließungsbereiche werden mit flexibel teilbaren Nutzungsflächen kombiniert, sodass sich Grundrisse an veränderte Haushaltsgrößen und zukünftige Anforderungen anpassen können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem gemeinschaftlichen Charakter des Projekts. Die Entwicklung wird als partizipativer Prozess gedacht, bei dem mögliche Nutzergruppen frühzeitig eingebunden werden und Verantwortung für Räume und Nutzungen übernehmen können. Dadurch soll nicht nur neuer Wohn- und Arbeitsraum entstehen, sondern ein langfristig tragfähiges soziales Gefüge.
Auch der Bühlpark wird Teil des Entwurfs. Neue Wege, Aufenthaltsbereiche, Dachgärten und gemeinschaftliche Freiräume verzahnen die Gebäude stärker mit der Landschaft und öffnen das ehemalige Krankenhaus zur Stadt. So entsteht aus einer ehemals introvertierten Institution ein offenes, anpassbares Ensemble, das Bestandserhalt, gemeinschaftliche Nutzung und langfristige Wandelbarkeit miteinander verbindet.
Text von Freddy Hartmann.