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September / Oktober 2026

Technische Universität Dortmund

From Fragment to Social Condenser

Polyvalente Strukturen und Orte

von Lara Voigt, Simon Spliethoff

Hochschule:

Technische Universität Dortmund

Abschluss:

Bachelor

Präsentation:

23.03.2026

Lehrstuhl:

Lehrstuhl Baukonstruktion, Studio Piet Eckert & Wim Eckert, Prof. Dipl.-Arch. ETH Piet Eckert und Prof. Dipl.-Arch. ETH Wim Eckert

Rubrik:

Kulturbauten

Software:

ArchiCAD, Adobe Photoshop

Was sind polyvalente Strukturen und Elemente?

eine Struktur, die wandelbar ist,
eine Struktur, die out of context ihre Identität beibehalten kann,
eine Struktur, die out of context die Fähigkeit hat einen Ort zu beeinflussen,
eine Struktur, die über dynamisch-stabile Eigenschaften verfügt,
eine Struktur, die trotz ständigen Wandels ihre Identität behalten kann.

Und was ist ein polyvalenter Ort?
ein Ort, der zur Auseinandersetzung anregt,
ein Ort, der aktives in Besitz nehmen und Benutzen erwünscht,
ein Ort, der immer wieder aktiv durch Nutzung neu konstituiert wird,
ein Ort, der Nährboden für Nischen und Biotope ungewöhnlicher Mischungen und Gemeinschaften bildet,
ein Ort, an dem sich Nutzungen und Funktionen, Bedeutungen und Wirkung verändern dürfen,
ein Ort, der einen programmatischen wie semantischen Interpretationsspielraum eröffnet,
ein Ort, welcher Zustände zwischen Stabilität und Dynamik eröffnet, innerhalb derer sich dann Zustände, Phasen und Rhythmen ergeben,
ein Ort, an dem der Mensch zum Produzenten des Städtischen wird.

Diese Arbeit untersucht Polyvalenz anhand von Fragmenten von kurz vor dem Ende ihres Lebenszyklus stehenden Autobahnbrücken.
Die aus ihrer eigentlichen Struktur ausgeschnittene Elemente der vorgefundenen Plattenbalken- und Hohlkastenbrücken im Umkreis der Stadt werden abgebaut und anderer Orts wieder aufgebaut.
Es entsteht mit den rauen, rohen und überdimensionierten Bauteilen ein Raum für unterschiedlichste und sich wandelnde Bedarfe der Bewohner:innen des urbanen Ortes.
Wie in einem dichten Kondensator wird hier Offenheit erzeugt und Chaos provoziert.

Die Konstruktion verfolgt ein einfaches Grundprinzip:
Das des Katalogisierens, des Neu-Anordnens und des Übereinander-Stapelns.
Die Pfeiler werden im Grund eingespannt, die einzelnen Fragmente miteinander verschlossen. Addiert werden in der Tragstruktur nur die Zwischendecken als Spannbetonhohldielen, die auf die Plattenbalken-Ausschnitte der Brücken aufgelegt werden und durch Fugenverguss mit nachträglich eingebrachter Bewehrung in den Oberflächen der Träger eine Scheibe bilden.
Ausschnitte bestimmter Hohlkästen bilden die Kerne des Hauses.
Die Gebäudehülle zeigt sich um die stark genutzten Räume, wie die Werkstätten und Studios transluzent und um die stark öffentlich besuchten und durchströmten Räume, wie dem Forum und den flexiblen Veranstaltungsräumen großflächig transparent verglast.


Text von Lara Voigt, Simon Spliethoff.