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Januar / Februar 2024

Karlsruhe Institut für Technologie

THE TOTEM

(un) common grounds of a vertical fair

von Joshua Lars Wacker

Hochschule:

Karlsruhe Institut für Technologie

Abschluss:

Master

Präsentation:

23.02.2023

Lehrstuhl:

Institut für Entwerfen, Kunst und Theorie (EKUT), Bauplanung und Entwerfen, Prof. Simon Hartmann

Rubrik:

Hybride Nutzung

Software:

Vectorworks, Rhino, Blender, Illustrator, Photoshop

TOTEM DEF.:
Das bepflanzte Totem ist fest in seiner Umgebung verwurzelt. Es besitzt eine starke Identität und steht gleichzeitig im Dialog mit der umgebenden Landschaft und dem baulichen Kontext. Durch die zugeschriebenen, verbindenden Funktionen können die kollektiven Ressourcen der Stadt zusammengeführt werden.
 
"The Totem" befindet im Zentrum von Basel mit einem hybriden Gebäudekonzept für die zukünftige Konstellation der Messegebäude. Das Projekt versucht das Messeleben und den Alltag im Herzen Basels miteinander zu verweben. Es situiert sich inmitten des langen Messestreifens, der das eher wohnlich geprägte Stadtgewebe durchschneidet und eine starke Trennung darstellt. Fortan sollte dieser Messestreifen gekürzt und durchstoßen werden.
 
Die im Entwurf geplante vertikale Ordnung der Messeflächen erlauben einen kleineren Fußabdruck auf dem Grundstück. Dieser freigewordene Raum wird in Form eines öffentlichen Platzes zur gemeinnützigen Fläche hervorgebracht.
 
Dies hat zugleich positive Auswirkungen auf den Begriff des Hochhauses. Denn die Gebäude Typologie wird hier als eklektische und vielfältige Infrastruktur verstanden und macht so einen Bogen um das veraltete Verständnis des Hochhauses als abstrakte und hermetische Extrusion identischer Stockwerke mit minimaler Grundfläche, maximaler vertikaler Ausnutzung und Rentabilität.
 
Neben der kontextuellen Einordnung versucht das Gebäude den anhaltenden Diskurs über die zukünftige Rolle der Messe im Stadtzentrum von Basel zu fördern – die Aufgabe mit dem maximalen Potenzial als urbaner Katalysator zu fungieren und durch eine starke Hybride zu einem öffentlich zugänglichen Raum zu werden.
Das Projekt nutzt bereits vorhandene gemeinnützige Typologien des Stadtkontexts Basel und stapelt diese in einer „Totem“ ähnlichen Grundlogik übereinander. Diese gemeinnützigen Typologien greifen in ihrer Grundform auf die Ausdrucksweise diverser öffentlicher Nutzungen zurück und verknüpft diese miteinander.
Die der Öffentlichkeit zugänglichen Räumlichkeiten ordnen sich vertikal und schließen so an die Messen an. Das vertikale Strukturieren lässt, bedingt durch die Verbindung zu kulturell wichtigen Typologien, an einen „Totempfahl“ erinnern. Die verbindende Symbolik zwischen den zwei Elementen wird als Zusammenschluss der Gemeinschaft und der Messe verstanden.
 
Die Möglichkeit der Fusion definiert das Raumgefüge der generischen Messefläche. Denn zu dem Zeitpunkt, in dem keine Messeveranstaltung stattfindet, besteht die Möglichkeit sich die Räumlichkeit anzueignen. Dieser Ansatz den Raum programmatisch vielfältig auslegen zu können, erlaubt eine flexible Nutzung der der Öffentlichkeit zugänglichen Flächen und ermöglicht hiermit den Raum an die Bewohner*innen Basels und Umgebung zurückzugeben.
Text von Joshua Lars Wacker.