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Januar / Februar 2024

Fachhochschule Erfurt

Schloss statt Riegel - provinz:potenzial e.V.

Revitalisierung Schlossareal Ebelsbach

von Linus Krug, Lukas Urban Flierl, Max Pfaffelhuber

Hochschule:

Fachhochschule Erfurt

Abschluss:

Bachelor

Präsentation:

27.07.2023

Lehrstuhl:

Professur für Entwerfen, Entwurfstheorie und Entwerfen im Städtebaulichen Kontext, Profin. Petra Wollenberg

Rubrik:

Freizeit- und Sportbauten

Software:

Vectorworks

Das Schlossareal in Ebelsbach besteht aus einem Renaissanceschloss und sieben Ökonomiegebäuden. Seit 15 Jahren ist das Areal inmitten der Gemeinde Ebelsbach (Unterfranken) nicht zugänglich. Aufgrund von Brandstiftung wurden die Gebäude 2009 zusätzlich in Mitleidenschaft gezogen.

Wir bemerkten sofort, dass viele Leute in der Gemeinde ein Interesse an der Zukunft „ihres“ Schlosses haben. In verschiedenen Analysen (Strukturanalyse, Strategien und Szenarien) suchten wir nach Stärken und Schwächen des Areals, der unmittelbaren und erweiterten Umgebung. In einer ersten Bürgerbeteiligung im November 2022 luden wir die Gemeinde auf das Areal ein und kamen mit Hilfe von Modellen und Zeichnungen ins Gespräch. Etwa 130 Personen fanden den Weg zwischen zwei Grundmauern, die vom Feuer übriggeblieben sind.

Das Dargestellte fokussiert sich jedoch vor allem auf unsere Gruppenarbeit rund um die Entwicklung einer Plattform zum Austausch auf dem Schlossareal.
Mit der Gründung des gemeinnützigen Vereins provinz:potenzial e.V. konnten wir einen Pavillon entwickeln und finanzieren, welcher, den bislang verwehrten Zugang, zum Areal möglich macht. Er ist von der Hauptstraße aus gut zu sehen und lockte schon während der Bauphase viele Leute zum Schloss.

Der Holzpavillon besteht aus 8cm x 8cm KVH. Die Pfosten sind vierfach aus- geführt. Alle weiteren Kanthölzer werden mithilfe von Zangenverbindungen zwischen die Pfosten eingespannt. Das Dachtragwerk, die Aussteifung und Auflager für Möbel werden in diesem Prinzip fortgeführt. Die Verbindungen werden mit Bolzen gehalten. Der Pavillon kann komplett zurück gebaut und an einem anderen Ort wieder errichtet werden. Neben den Kanthölzern gibt es 10 Einzelfundamente, die ebenerdig gegründet sind und der Beschwerung dienen. Das Dach besteht aus gebrauchten Fassadenplatten, die uns gespendet wurden.

Mit Spendengeldern bauten wir den Pavillon in Eigenregie und eröffneten ihn mit einer Veranstaltung. Bei dieser konnten Interessierte Ergänzungen für den Pavillon bauen, das Schlossareal erstmals wieder besichtigen, unsere individuellen Entwürfe begutachten und sich unsere Paella schmecken lassen.

Im kommenden Jahr wird es ein Sommerprogramm rund um den Pavillon geben. Die gebaute Plattform dient dabei als Basis für viele Veranstaltungen. Der Austausch zwischen den Bewohner*innen, Interessierten und Studierenden soll weiter gefördert werden.
Text von Linus Krug, Lukas Urban Flierl und Max Pfaffelhuber.