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Januar / Februar 2024

Technische Universität Braunschweig

Wattenmeer - Schutzstation

Entwurf einer Station für den Schutz des Wattenmeeres in Hörnum auf Sylt

von Christoph Kirch

Hochschule:

Technische Universität Braunschweig

Abschluss:

Master

Präsentation:

31.05.2023

Lehrstuhl:

Institut für Entwerfen und Gebäudelehre und Prof. Almut Grüntuch-Ernst

Rubrik:

Kulturbauten

Software:

Vectorworks, Rhino, Keyshot, Photoshop, Indesign

Für den Entwurfsprozess war es bedeutend, eine städtebauliche Lösung für das direkt an der Hauptstraße gelegene Grundstück zu finden, den Bestand so zu transformieren, dass er architektonisch-ästhetisch mit der Landschaft harmoniert und diese auch aus dem Gebäude heraus wahrgenommen werden kann, sowie dass die Gebäude den sich in Zukunft verändernden Ansprüchen der Gemeinschaft durch einfache, mit geringem Aufwand verbundene Rückbauten, Umbauten und Erweiterungen angepasst werden können.

Kern der Arbeit ist die Holzkonstruktion. Dies wird aus gutem Grund seit Tausenden von Jahren als Baumaterial verwendet, da es richtig verarbeitet stark, langlebig und flexibel eingesetzt werden kann. Reetdächer sind leicht, erfordern aber eine robuste Struktur, damit sie den starken Südwestwinden standhalten können.

Zwei Neubauten und zwei neue Dachformen ergänzen den Bestand zu einem offenen Hof, der vor den Auswirkungen des Straßenverkehrs geschützt liegt.
Während Dach und nichttragende Außenwände der Kirche entfernt werden, sodass die Stahlbetonkonstruktion frei liegt, werden beim Nebengebäude alle inneren Wände entfernt, sodass hier nur noch die Außenhülle besteht.

Auf die Stahlbetonträger der Kirche wird eine Holzkonstruktion gesetzt, welches dem Tragwerk des historischen "Haubargs" - einer bis zu 20 Meter hohen Reetdachkonstruktion mit Stallung, Scheune und Wohnbereich - nachempfunden ist.

Für die weiteren Gebäude kommt eine im Querschnitt dreieckige, ausgesteifte Konstruktion zum Tragen, welche im Erdgeschoss auf Holzständern aufliegt. Die Holzkonstruktion ermöglicht es zukünftigen Ansprüchen gerecht zu werden, indem die Innenwände unabhängig vom Tragwerk verändert werden können. Die Holzstützen im Erdgeschoss ermöglichen eine freie, lichtdurchlässige Zonierung und Erweiterung der Räume unter dem Reetdach. Der Holzrahmenbau der Dachkonstruktion kann zum Einbau neuer Fenster an nahezu jeder Stelle geöffnet und wieder verschlossen werden, wenn dies den Bedürfnissen der Nutzer*innen.
Text von Christoph Kirch.