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Januar / Februar 2024

HAWK Hildesheim

Iceland University of the Arts

Common Space

von Maurice Stolze, Jule Gilde

Hochschule:

HAWK Hildesheim

Abschluss:

Master

Präsentation:

09.08.2023

Lehrstuhl:

Entwerfen und Konstruieren, V.-Prof. Tina Wallbaum und M.Sc. Ulrike Knauer

Rubrik:

Bildungsbauten

Software:

ArchiCAD, Photoshop

Die Stadt Reykjavík plant den Bau der University of Arts, um verschiedene Fakultäten in einem gemeinsamen Komplex zu vereinen. Die Universität soll in dem Bestandsgebäude Tollhúsið untergebracht werden, das zuletzt als Verwaltung diente. Die Lage des Grundstücks direkt am Hafen bietet einen atemberaubenden Blick auf die entfernten Bergspitzen und über den Ozean.

Ziel des Entwurfs ist es, ein öffentliches Universitätsgebäude zu schaffen, das den individuellen Anforderungen der Fakultäten aus Bereichen wie Fine Art, Design, Architektur, Darstellendes Spiel und Musik, gerecht wird. Öffentliche Bereiche sollen Besucher:innen an Ausstellungen, Vorstellungen und Veranstaltungen der Studierenden teilhaben lassen, um den Austausch und die Zusammenarbeit zu stärken.

Die Gebäudeform ergibt sich aus dem Bestand. Ein Teil des Baukörpers wird abgerissen, wobei ein Riegel mit dem Konstruktionsraster von 10,60x7,60m erhalten bleibt. Durch die Teilung des Rasters entsteht das kleinste Modul von 1,85x2,65m als Grundlage für das Gestaltungskonzept. Der Neubau präsentiert sich als Replikat des Bestandsriegels, jedoch mit drei statt vier Geschossen. Dies ermöglicht die Erfüllung moderner Anforderungen, während die historische Substanz bewahrt wird. Es werden flexible Räumlichkeiten ermöglicht, die an spezifische Bedürfnisse der Hochschule angepasst werden können.

Die beiden Gebäuderiegel, die über das Atrium voneinander getrennt sind, bilden den privaten Teil der Universität und sind über Brücken miteinander verbunden. Das Atrium wird durch einen öffentlichen Bereich in der Mitte ergänzt. Zusätzlich dient der Red Way als visuelle und funktionale Verbindung zwischen dem Campus und dem umliegenden Freiraum. Er erstreckt sich im Inneren des Gebäudes und verläuft über Kommunikationsterrassen, auf denen verschiedene Programme der Universität angeboten werden. Durch seine markante rote Farbe grenzt er die öffentlichen Bereiche ab und bietet eine einfache Orientierung der öffentlichen Räume im Gebäude.

Der Entwurf basiert auf eine Stahlbetonskelettbauweise. Recycelte Materialien aus dem abgerissenen Bestand werden im Neubau wiederverwendet. Die Fassade erschafft durch das kleinste Modul ein homogenes Erscheinungsbild. Sie besteht aus recycelten, transluzenten Polycarbonat mit transparenten Elementen, sowie vorgehängtem Streckmetall. Dieses ist durch eine einfache Konstruktion auszutauschen. Somit ist das Erscheinungsbild der Fassade in ständiger Veränderung.

Die Wiederbelebung des historischen Tollhúsið als neuer Standort für die University of Arts schafft eine gelungene Synthese zwischen Tradition und Innovation. Die historische Identität bleibt erhalten, während moderne und flexible Räumlichkeiten geschaffen werden. Die gestalterischen Entscheidungen tragen dazu bei, eine inspirierende und zeitgemäße Umgebung zu schaffen. Der Campus wird zu einem bedeutenden kulturellen Zentrum in der Stadt Reykjavík und bringt Studierende, Lehrende und Besucher:innen zusammen.
Text von Maurice Stolze und Jule Gilde.