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Januar / Februar 2024

Technische Universität Dresden

Campus Coexistenciae

Koexistenz - Pflanze, Tier, Mensch

von Amelie Riedelbauch

Hochschule:

Technische Universität Dresden

Abschluss:

Diplom

Präsentation:

14.02.2023

Lehrstuhl:

Professur für Gebäudelehre und Entwerfen: Wohnbauten, Prof. Katharina Löser, Prof. Johannes Lott

Rubrik:

Wohnbauten

Software:

Archicad, Cinema 4D, Corona Renderer, Adobe Photoshop / Indesign, Twinmotion

Das Zusammenleben von Pflanzen, Tieren und Menschen ist im 21. Jahrhundert durch Verstädterung, Abholzung und Umweltverschmutzung herausgefordert. Die Ausdehnung menschlicher Siedlungen führt zu Lebensraumverlust und einem Rückgang der Artenvielfalt. Chemikalien und Abfälle verschmutzen Boden und Wasser, erschweren das Überleben von Flora und Fauna. Die Kleinstadt Glashütte im Osterzgebirge, bekannt für ihre Uhrenmanufakturen, kämpft mit dem demographischen und strukturellen Wandel sowie dem Wegzug aus dem ländlichen Raum.

Das Projekt "Erbenhang" bietet eine Lösung in Form eines neuen Quartiers. Es integriert Wohnen, Landwirtschaft und Forschung und schafft einen identitätsstiftenden Ort mit Fokus auf Nachhaltigkeit. Die Lage am Erbenhang ermöglicht eine Anpassung an die bestehende Wegeführung. Drei verspringende Plätze dienen als Foren für intellektuellen und kulturellen Austausch. Wohn- und Forschungsbereiche sind in Baukörper unterschiedlicher Typologien organisiert, wobei Wohntürme nach Osten ausgerichtet sind.

Das Quartier ist energetisch nachhaltig durch die Nutzung von Abwärme aus Forschung und Büronutzung zur Beheizung der Wohngebäude. Dachflächen bieten Potenzial für Photovoltaik, während Wärmepumpen durch Geothermie gespeist werden. Eine Markthalle und die lokale Feuerwache finden in Schuppen Platz. Eine öffentliche Außentreppe im östlichen Bereich erschließt das Quartier und verbindet es mit einem Hotel als Bindeglied zur Stadt und dem neuen Campus.

Das westliche Quartierareal widmet sich dem Konzept des silvopastoralen Agroforsts. Hier coexistieren Forst, Landwirtschaft und Tierhaltung, insbesondere Merino-Landschafe. Dieses Modell, als Pendant zur Quartierssymbiose, wird als Pilotprojekt umfassend erforscht. Der erste Baustein, ein Hotel, fungiert als öffentliche Erschließung und bietet Übernachtungsmöglichkeiten für Besucher, Forscher und Touristen. Schauwerkstätten für Volkskünstler und ein Co-Working-Bereich sind im Foyersockel, während Hotelzimmer in den oberen Etagen flexible, großzügige Räume bieten. Das Hotel integriert sich in die Landschaft und bietet ein Restaurant im obersten Geschoss mit einem breiten Spektrum an Essensangeboten, vorwiegend aus Agroforst-Ernten.
Text von Amelie Riedelbauch.