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November / Dezember 2025

HTWG Konstanz

Rehabilitation Krankenhaus

Am Sonnenhang wo einst ein Vogel sang - nimmt Heilung neue Formen an

von Paulina Minet

Hochschule:

HTWG Konstanz

Abschluss:

Master

Präsentation:

24.07.2025

Lehrstuhl:

Architektur und Gestaltung, Prof. Eberhard Schlag

Rubrik:

Gesundheitsbauten

Software:

Vectorworks

Wenn eine Klinik stirbt, verschwindet nicht nur ein Ort der medizinischen Versorgung, sondern ein Raum des kollektiven Gedächtnisses. Die Infrastrukturbauten, urban oder stadtnah gelegen, prägten über Jahrzehnte das gesellschaftliche und städtebauliche Gefüge und waren Sinnbild für wissenschaftlichen Fortschritt. In ihrem Fall gilt es zu agieren, bevor auch diese zu "Lost Places" verkommen oder für den Abriss freigegeben werden.

Rehabilitation Krankenhaus soll die öffentliche Debatte über den Erhalt obsoleter Bestandsgebäude anregen sowie gesellschaftlich für immaterielle Werte sensibilisieren - durch Allianzen, persönlich, nah und im Gespräch mit den Menschen. Architektur bedeutet für mich mehr als gebaute Form. Sie ist Ausdruck und Beziehung, zwischen Struktur und Wahrnehmung, Stadt und Mensch sowie Material und Atmosphäre. Mein Entwurf nimmt das ehemalige Kreiskrankenhaus am Vogelsang in Rheinfelden (Baden) in den Blick, das sich inmitten des politischen Diskurses befindet.

Charakteristisch stehen Krankenhäuser für Gesundheit. Doch Gesundheitsfürsorge setzt vor dem Krankenhausbesuch ein - dort, wo Menschen leben und arbeiten. So transformiert Rehabilitation Krankenhaus den Bestand in Form eines gemischten Nutzungskonzepts mit allem, was es für das alltägliche Leben braucht, zu einem gesunden Gebäude für die Menschen. Die beiden Breitfußgeschosse werden zu öffentlichen Ebenen der Gemeinschaft. Im Erdgeschoss gruppieren sich im Rundlauf um die Höfe, neben Gastronomie und Kindergarten, auch eine Apotheke, ein Lebensmittelladen, ein Friseur sowie flexible Gewerberäume. Auch konsumfreie Aufenthaltsflächen wie eine Hausbibliothek oder offene Ausstellungsflächen sind dort angeordnet. Eine großzügige Treppe verbindet das Erdgeschoss mit dem medizinischen Gesundheitszentrum im ersten Obergeschoss. Dieses reicht von gesundheitspräventiven Nutzungen wie Sport- und Fitnessräumen über Behandlungsräume für Physio-, Aromatherapie, Osteopathie und Psychologie bis hin zu einer ärztlichen Gemeinschaftspraxis mit Operationsbereich für ambulante Eingriffe.

Nach oben staffelt sich das Gebäude zunehmend in die Privatheit. So befindet sich in den drei Vollgeschossen Wohnraum. Das Angebot an Wohnformen reicht von Studios über Zwei-Zimmer-Wohnungen bis zu Acht-Zimmer-Wohnclustern und geht so auf die vielfältigen Bedürfnisse und Lebensstile der Menschen ein. Dies inkludiert das Wohnen im Alter. Sämtliche Erschließungssituationen und Wohnungen sind barrierefrei ausgebildet. In Kooperation mit dem medizinischen Gesundheitszentrum wird die individuell abgestimmte Versorgung der älteren Menschen gewährleistet. Im Attikageschoss befindet sich schließlich ein halböffentlicher Gemeinschaftsraum mit Küche für die Bewohner:innen sowie eine großzügige Dachterrasse mit Urban-Gardening-Flächen und Blick über das Rheintal.

Text von Paulina Minet.