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November / Dezember 2025

Technische Universität Berlin

DURCHDACHT

raummodulare Aufstockung der Assmann'schen Mietshäuser in Berlin

von Marwin Werner

Hochschule:

Technische Universität Berlin

Abschluss:

Master

Präsentation:

30.04.2025

Lehrstuhl:

FG CODE | Prof. Ralf Pasel

Rubrik:

Wohnbauten

Software:

ArchiCAD

Die Arbeit befasst sich mit der Transformation der Berliner Mietshäuser, die im Zuge des Hobrecht-Plans von 1862 bis 1925 erbaut wurden. Auf Grundlage einer kartographischen Überlagerung des historischen Plans mit dem Verlauf der Berliner Ringbahn, wurde eine systematische Bestandsaufnahme erstellt, die rund 20.000 noch erhaltene Gebäude im Untersuchungsgebiet erfasst. Deren prototypische Grundrisse, die auf Gustav Assmann zurückzuführen sind, bestimmen bis heute das urbane Stadtgefüge Berlins.

Als exemplarisches Entwurfsgebiet dient ein Blockrand im Prenzlauer Berg, anhand dessen die räumliche und typologische Logik der Assmann'schen Mietshaus Architektur untersucht wurde. Im Kontext des angespannten Berliner Wohnungsmarktes verfolgt die Arbeit eine architektonische Strategie, die sich bewusst von gängigen Praktiken exklusiver Dachausbauten abgrenzt. Diese, häufig in Form von Penthouse-Erweiterungen, verstärken Tendenzen der Gentrifizierung und fördern soziale Segregation.

Der Entwurf entwickelt auf Grundlage der Bestandsstruktur ein alternatives Transformationsmodell durch raummodulare Dachaufstockungen. Ziel ist es, ungenutzte Dachflächen in heterogene, gemeinschaftsorientierte Wohnformen zu überführen. Zentrales Prinzip ist die Durchdringung als räumliche Strategie: Klare Grenzen zwischen Parzellen und Hofstrukturen werden aufgelöst, wodurch eine vernetzte Dachlandschaft entsteht. Diese versteht sich nicht nur als Erweiterung des Bestands, sondern als kollektiver Erfahrungsraum, der soziale Interaktion, Aneignung und ein gemeinwohlorientiertes Zusammenleben ermöglicht.

Die städtebauliche Rückkopplung erfolgt über eine Kategorisierung des Bestandes hinsichtlich bestehender Aufstockungen und Dachausbauten. Daraus entsteht eine Potenzialkarte möglicher Interventionsflächen, die die Übertragbarkeit der Strategie im gesamtstädtischen Maßstab verdeutlicht und zur Diskussion stellt.

Das Konzept eröffnet damit experimentelle Perspektiven für eine zukunftsweisende Wohnraumentwicklung, die den historischen Bestand respektiert und zugleich neue räumlich-soziale Qualitäten schafft.

Text von Marwin Werner.