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November / Dezember 2025

Universität Siegen

Erweiterte Lern- und Lebensräume am Rosterberg

Dokumentation und Entwurf eines partizipativen Dialogs von Raum und Pädagogik

von Rumeysa Cantürk

Hochschule:

Universität Siegen

Abschluss:

Master

Präsentation:

11.09.2025

Lehrstuhl:

Lehr- und Forschungsgebiet Städtebau - Prof. Dr.-Ing. Throsten Erl

Rubrik:

Bildungsbauten

Software:

Archicad, Adobe Creative Suite, Lumion

Bildungsräume stehen heute stark im Fokus, denn jeder begegnet den Orten, an denen Lernen stattfindet. Entscheidend ist, dass sie Wohlbefinden und Entwicklung fördern. Kinder und Jugendliche brauchen Umgebungen, die nicht nur Unterricht ermöglichen, sondern als Lebensräume wirken. Das Projekt "Erweiterte Lern- und Lebensräume am Rosterberg" verbindet Bestandsanalyse, transdisziplinäre Workshops und architektonische Planung, die in Kooperation mit der Gesamtschule am Rosterberg entstanden ist. Die junge Gesamtschule befindet sich im Wandel, teilt sich derzeit ein Gebäude und hat wachsenden Bedarf an Räumen, besonders im Ganztag. Die Arbeit greift diese Entwicklungen auf und überführt sie in ein räumliches Konzept, das pädagogische Anforderungen, bauliche Bedingungen und Nutzerperspektiven zusammenführt.

Der Bestand wird in vier Lerncluster gegliedert und durch Erweiterungen ergänzt: ein Neubau im Osten, eine Aufstockung über der Mensa und ein zusätzlicher Baukörper im Westen. Elemente wie Oase und Grüne Klassenräume verbessern Licht und Luft und aktivieren zuvor ungenutzte Bereiche. Der Neubau an der Rosterstraße bildet die neue Adresse der Schule und fügt sich in das Gelände ein. Ein durchgehender Erschließungskern verbindet alle Ebenen barrierefrei.

Die Nutzungsverteilung wird neu strukturiert. Räume mit externer Nutzung liegen an der zentralen Achse, geschützte Unterrichtsbereiche abseits der Hauptwege. Jüngere Jahrgänge erhalten ruhige Lagen. Der Erweiterungsbau nimmt Selbstlernzentrum, Bibliothek, Verwaltung und Oberstufe auf; gemeinschaftlich genutzte Räume bilden im Trakt E die neue Mitte der Schule. Das bestehende Pädagogische Zentrum bleibt erhalten und wird um offene, begrünte Bereiche ergänzt.

Dunkle, schwer zugängliche Zonen werden durch ein Stahlgerüstsystem zu barrierefreien Aufenthalts- und Forschungsbereichen umgestaltet. Recycelbare Materialien prägen das konstruktive Konzept. Eine bepflanzbare Drahtstruktur umhüllt das Gebäude als wandelbare Schicht und erzeugt Offenheit ohne Sicherheitsverlust. Neubau und Erweiterungen bestehen aus einer Holzskelettkonstruktion mit begrünten Fassadenelementen und extensiv bepflanzten Dachflächen. PV-Anlagen und ein Wasserbecken mit Zisterne ergänzen das ökologische Konzept.

Innen entstehen flexible Lernlandschaften statt starrer Raumlogiken. Grüne Klassenräume und sogenannte FLL+-Räume erweitern Flure zu vielseitigen Aufenthaltsbereichen. Sichtbeziehungen, bewegliche Wände und transparente Elemente fördern individuelles, kooperatives und projektorientiertes Arbeiten.
Ein besonderer Bestandteil ist die Jugendschule, die selbstbestimmtes Lernen stärkt. Ihr Turm dient als Lern- und Ausstellungsort und wird zu einem identitätsstiftenden Zeichen. Die erweiterten Lern- und Lebensräume schaffen so eine Schule, die Lernen, Forschen und gemeinschaftliches Leben verbindet.

Text von Rumeysa Cantürk.