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November / Dezember 2025

Technische Universität München

Gemeinschaftliches Wohnprojekt für Auszubildende und Studierende

im Kontext der Burghauser Werkswohnungen

von Paula Johanna Schmidt

Hochschule:

Technische Universität München

Abschluss:

Master

Präsentation:

10.10.2025

Lehrstuhl:

Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren, Prof. Florian Nagler

Rubrik:

Wohnbauten

Software:

ArchiCAD, Adobe, 3ds max, Vray

Burghausen ist eine Kleinstadt mit rund 20.000 Einwohnern im Südosten Bayerns. Bekannt ist sie vor allem durch den Standort des Chemiekonzerns Wacker Chemie AG.

Seit 2016 ist die Kleinstadt zudem Hochschulstandort. Der Campus Burghausen ist eine Außenstelle der Technischen Hochschule Rosenheim. Mit der zunehmenden Zahl an Studierenden sowie der konstant hohen Zahl an Auszubildenden verschärft sich jedoch die Wohnraumsituation in Burghausen spürbar. Bereits vor rund 100 Jahren stand die Stadt durch den Bau des Wackerwerks und dem damit verbundenen raschen Zuzug von Arbeitskräften vor einer vergleichbaren Herausforderung.

Ziel der Masterarbeit war die Entwicklung eines gemeinschaftlich orientierten Wohnkonzeptes, das als Antwort auf die Wohnraumnot von Auszubildenden und Studierenden in Burghausen konzipiert wird. Grundlage des architektonischen Entwurfes bildet die industrielle Geschichte der Stadt, dargestellt durch den historischen Werkswohnungsbau, der als zentrale Referenz dient. Die Wohnungsnot stellt sowohl damals als auch heute ein dringliches Problem dar. Das Konzept orientiert sich an den Prinzipien des "Einfachen Bauens", um eine funktionale, wirtschaftliche und nachhaltige Architektur zu gewährleisten.

Die Entscheidung, den historischen Werkswohnungsbau als zentrale Referenz für das Projekt heranzuziehen, beruht auf städtebaulichen und gesellschaftlichen Parallelen zwischen damals und heute: Schon vor 100 Jahren wurde Wohnraum dringend benötigt - damals für Industriearbeiter, heute für Auszubildende und Studierende. Während Werkswohnungen einst dazu dienten, Arbeitskräfte an Standort und Arbeitgeber zu binden, kann zeitgemäßer Wohnraum heute ein entscheidender Faktor bei der Wahl des Ausbildungs- oder Studienortes sein.

Das Projekt greift die Grundidee der Werkswohnung auf - Wohnraum für eine klar definierte Zielgruppe bereitzustellen - und entwickelt sie weiter: Statt historischer Grundrisse entsteht ein neuer, gemeinschaftlich orientierter Wohnungstyp, der heutige Bedürfnisse nach Flexibilität, Gemeinschaft und sozialer Interaktion berücksichtigt.

Gestalterisch wird die äußere Sprache der historischen Vorbilder bewusst aufgenommen, jedoch nicht kopiert, sondern zeitgemäß interpretiert. Konstruktion, Materialwahl und Aufbau orientieren sich am seriellen Charakter der Werkswohnungen - angepasst an heutige technische, ökologische und soziale Anforderungen. Die Verwendung hochwertiger, langlebiger Materialien und das Prinzip des Einfachen Bauens bilden die architektonische Grundlage.

Das Grundstück (Johannes-Hess-Straße 22) befindet sich am nördlichen Rand von Burghausen, an der Schnittstelle zwischen Stadt und Werk. Der Entwurf setzt sich aus dem dreiseitigen Bestandshof, welcher für gemeinschaftliche Zwecke genutzt wird, sowie einem Neubau für Wohnen zusammen.

Text von Paula Johanna Schmidt