November / Dezember 2025
Technische Universität Dortmund
Olympia 2040
Ist Architektur politisch?
Technische Universität Dortmund
Bachelor
25.03.2025
Lehrstuhl Baukonstruktion, Prof. Dipl. Arch. ETH Piet Eckert, Prof. Dipl. Arch. ETH Wim Eckert
Freizeit- und Sportbauten
Archicad, Blender, D5, Adobe Cloud (Photoshop etc.)
Der Entwurf "Olympia 2040" untersucht das Spannungsfeld zwischen Leistungssport, Architektur und gesellschaftlicher Verantwortung. Am Beispiel des Geräteturnens, einer der ältesten olympischen Disziplinen, wird die Frage gestellt, ob Architektur politisch ist und Architekt:innen als gesellschaftliche Akteure wirken müssen. Geräteturnen steht exemplarisch für strukturelle Ungleichheiten: Trotz gemeinsamer Werte bleibt der Trainingsalltag streng geschlechtergetrennt, während Missbrauchsskandale und Leistungsdruck die Notwendigkeit eines neuen Verständnisses von Raum und Verantwortung verdeutlichen. Architektur kann diese Zustände entweder reproduzieren - oder aktiv verändern.
Der Entwurf versteht sich daher als räumliche Haltung. Die Sporthalle ist als stützenfreier Raum konzipiert, in dem alle Geschlechter gleichzeitig trainieren und Wettkämpfe austragen können - ein in Deutschland einzigartiger Ansatz und ein Schritt hin zu inklusiver Sportarchitektur.
Die hierfür entwickelte umlaufende Stahlfachwerkkonstruktion ermöglicht nicht nur den offenen Trainingsraum, sondern integriert auch ein Sportinternat für 64 Athlet:innen oberhalb der Halle. Zwei Wohnriegel fassen eine zentrale Begegnungs- und Lernzone, ergänzt durch Patios als geschützte Außenräume. Diese räumliche Schichtung aus Sport, Bildung und Wohnen schafft eine enge Verbindung zwischen Leistung, Gemeinschaft und Rückzug.
Der Entwurf zeigt: Architektur kann Haltung zeigen, soziale Systeme hinterfragen und durch räumliche Entscheidungen gesellschaftlichen Wandel sichtbar machen.
Text von Levien Klünder und Dominik Nehring.