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November / Dezember 2025

Technische Universität Delft

low town down town

dissecting urban fragments - assembling the city

von Fabian Wachter

Hochschule:

Technische Universität Delft

Abschluss:

Master

Präsentation:

17.06.2025

Lehrstuhl:

urban architecture Prof. Paul Vermeulen

Rubrik:

Industriebauten

Software:

ArchiCad, Adobe CC

Auf dem Grundstück einer stillgelegten metallverarbeitenden Fabrik in Hoboken im Süden Antwerpens wird ein neues Stadtzentrum entstehen. Dieses soll sowohl ein fester Bestandteil des urbanen Raumes Antwerpens werden, als auch seinen Platz als eigenständige downtown in der übergeordneten "nebular city" der flämischen Lande beanspruchen. Nach Jahren der räumlichen Obsoleszenz und dem drohenden vollständigen Abriss der Anlage bemühen sich zahlreiche Akteur.innen um eine nachhaltige Zukunft des Fabrikkomplexes. (Blikfabriek, LaboXX, tu delft urban architecture)

Entlang der Maßstäbe urbaner Architektur und stets geleitet von der vorsichtigen Beobachtung des gegebenen Raumes entstand der Entwurf eines Teils dieser potentiellen zukünftigen downtown. Das gewählte Grundstück liegt am westlichen Rand der Fabrik entlang der Hauptverkehrsachse Lageweg, welche Hoboken an das bestehende Stadtzentrum Antwerpens anbindet.

Der frühere Haupteingang ist eine der wenigen Lücken in der harten Umgrenzung des Komplexes und birgt urbanes Potential um der heute verschlossenen Anlage eine neuen Anschluss an die Stadt zu ermöglichen. Das Projekt konzentriert sich städtebaulich auf die Öffnung des ehemaligen Eingangs und die erstmalige öffentliche Verbindung des Fabrikgeländes mit dem urbanen Gefüge der Umgebung.

Durch punktuellen Abriss entsteht ein neuer Stadtplatz an dem Wohnen, Arbeiten, Handel, Kultur, Freizeit und Politik koexistieren können. Das Profil dieses Platzes ist bestimmt von der postindustriellen Vergangenheit der Anlage. Das Ergebnis sind freistehende Laderampen, Unterschiede in der Topographie der alten Hallenböden, hinterlassene Stützenreihen und eine klare Außenkante definiert von erhaltenen Gebäudeteilen, sowie neu Entworfenem.

Das ehemalige Bürogebäude am Eingang wird teils ausgehöhlt, umgenutzt, aufgestockt und soll in Zukunft das neue Bezirksamt von Hoboken beinhalten. Dieses ist von der kommunalpolitischen Struktur Flanderns inspiriert und stellt infrage, was es heutzutage braucht um Politik unmittelbar mit den Menschen vor Ort zu kommunizieren. Die neue Stahlstruktur steht statisch entkoppelt über dem historischen Mauerwerksbau.

An der nördlichen Flanke des Stadtplatzes befindet sich ein großmaßstäbliches Wohngebäude mit öffentlicher Werkstatt im Sockel. Dieser gänzlich neu konzipierte Stadtbaustein setzt konstruktiv auf einen Beton Holz Hybridkonstruktion aus standardisierten Teilen.
Die ehemalige Anlieferung entlang des Eingangs wird nun für einen überdachten Wochenmarkt genutzt und ehemalige brache Logistikflächen außerhalb der Anlage werden zu einem Landschaftspark umgewandelt. Weitere, als Teil des erweiterten Masterplans, an den Platz angrenzenden Gebäude vollenden das Programm mit kulturellen und pädagogischen Funktionen.

So entsteht ein neues Zentrum städtischen Lebens an einem geschichtsträchtigen Ort, welcher endlich der Öffentlichkeit zugeteilt wird und somit seine Geschichte weiter schreiben darf.

Text von Fabian Wachter.