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März / April 2025

Universität der Künste Berlin

Bücherei im ehemaligen DDR Staatszirkus

von Bruno Reccius, Isiah Mruck

Hochschule:

Universität der Künste Berlin

Abschluss:

Bachelor

Präsentation:

12.12.2024

Lehrstuhl:

KET, Christoph Gengnagel

Rubrik:

Bildungsbauten

Software:

Archi-CAD, PSD, InDesign,Handzeichnung

Das ehemalige Winterquartier des  DDR Staatszirkuses befindet sich in Dahlwitz Hoppegarten und verfügt noch über eine ehemalige Manege sowie zwei ehemalige Ställe. Das übrige Gelände wurde verkauft, die sich darauf befindenden Gebäude entweder abgerissen und größtenteils durch Einfamilienhäuser ersetzt oder umgebaut. Wir schlagen vor, Ställe und Manege zu erhalten und einer Gebäude gerechten Nutzung zuzuführen. So sollen die Ställe in Großfamilien Häuser, in Anlehnung an die Großfamilien, die damals die Zirkusse betrieben, umgebaut werden. Die Stallgebäude werden außen größtenteils unberührt gelassen. Bereits bestehende Fensteröffnungen werden erweitert, um genügend Lichtzufuhr im Inneren der Gebäude zu gewährleisten, in seltenen Fällen werden in der Formensprache moderne Fenster ergänzt. Durch das Hinzufügen von Gauben werden die ehemaligen Heuspeicher bewohnbar gemacht. Für die ehemalige Manege schlagen wir die Umnutzung zu einer öffentlichen Bibliothek
  vor, die sich ebenfalls als abendlicher Kammermusiksaal nutzen lässt. Die hohe Masse der Bücher, sowie die verschiedenen Absorptionsgrade der Materialien und Oberflächen sorgen für eine gute Akustik, die solch eine Nutzung durchaus möglich macht. Der Versorgungsring der ehemaligen Manege, der nachträglich hinzugefügt wurde, wird zurück gebaut und an Stelle dessen, ein moderner, expressiver Bau gesetzt, der Platz für Garderobe, Bar, Foyer, Büro und Wc’s bietet. Die Manege und der Neubau werden durch eine barrierefreie, überdachte, 18m lange Rampe miteinander verbunden.

Um ein diverses Angebot an Wohnungstypen zu schaffen, werden die zwei bestehenden Stallbauten um ein weiteres Wohngebäude mit kleinen Wohnung für ein bis zwei Personen ergänzt. Die Hälfte dieser Wohnungen, sowie die Erdgeschosse der Ställe sind barrierefrei konzipiert. Die Kurvatur des neuen Wohngebäudes ähnelt dem der Stallbauten und fügt sich mit der ruhigen, klar gegliederten Fassade zur Straße unaufgeregt in die Umgebung ein. Nach Westen hin öffnet sich das neue Wohngebäude jedoch radikal und bietet so, trotz der kleinen Wohnungen eine hohe Wohnqualität. Zusammen rahmen öffentliche und private Gebäude zwei Höfe. Der kleinere Hof steht der Bewohnerschaft frei zur Verfügung und bietet die Möglichkeit zur Anlegung eines Gemüsegartens, nach dem Vorbild einfacher Bauerngärten - gut und weniger aufwändig macht sich aber sicher auch eine wild gewachsene, ungemähte Wiese. Dieser erste halböffentliche Hof wird durch eine Pergola, die den ehemals vorhandenen Verbindungsgang von Stall zu Manege nachempfindet, lose von dem großen zweiten Hof getrennt. Dieser ebenfalls durch klare Achsen geteilt, könnte mit einigen Obstbäumen, sowie größeren, Schatten spenden Bäumen bepflanzt werden, an deren Stämmen man es sich mit Buch und Musik bequem machen und zwischen den Seiten Blättern beziehungsweise zwischen den Saiten hören kann.

Text von Bruno Reccius und Isiah Mruck.