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März / April 2026

Technische Universität Dresden

Blühende Aussichten

Eine Perspektive zur Transformation großer Strukturen in Mittelstädten

von Helena Nienhaus

Hochschule:

Technische Universität Dresden

Abschluss:

Diplom

Präsentation:

23.03.2026

Lehrstuhl:

Professur für Urbanismus und Entwerfen, Prof. Melanie Humann

Rubrik:

Städtebau

Software:

Vectorworks, Sketchup,VRay, Photoshop, Illustrator

Die „Berg- und Rosenstadt“ Sangerhausen im Südwesten Sachsen-Anhalts, verdankt ihren Titel einer intensiven Bergbaugeschichte und dem schon 1903 gegründeten Europa-Rosarium. Gemeinsam mit der sehr gut erhaltenen historischen Altstadt bilden die in der DDR entstandenen Großwohnsiedlungen den Großteil der Stadtstruktur. Sangerhausen steht noch immer vor großen Herausforderungen im Umgang mit diesen Siedlungen. Als „Schadensbegrenzung“ wurde in den letzten Jahren bereits ein großer Anteil des Bestandes abgerissen. Doch im Hinblick auf den steigenden Wohnraumbedarf in Großstädten könnten in Zukunft die Großwohnsiedlungen im ländlichen Raum wieder an Relevanz gewinnen. Es bedarf sinnvoller Strategien um den Bestand behutsam zu sanieren, aufzuwerten und wieder mit der restlichen Stadtstruktur zu verknüpfen. Als Betrachtungsgebiet für diese Arbeit wurde die Südsiedlung gewählt. Aufgrund der Nähe zum Stadtzentrum und einer bereits bestehenden durchmischten Nutzerstruk  tur bietet sie ein hohes Potenzial für die Transformation in einen multifunktionalen und lebenswerten Stadtteil.

Strategie des Entwurfes ist es, die Potenziale des Bestandes zu nutzen, und mithilfe einer Verbindung in Form eines Fuß- und Radweges miteinander zu verknüpfen. Dies erfolgt übergeordnet als Rundweg, der die Altstadt, das Rosarium und die Südsiedlung verbindet. Entlang bestehender Grünräume angelegt und von Baumalleen sowie Blühstreifen begleitet, dient er gleichermaßen der Naherholung und dem Tourismus. Bike-Stationen und Bushaltestellen entlang der Strecke ermöglichen eine flexible, intermodale Nutzung und erschließen das Quartier auf unterschiedlichen Ebenen. Innerhalb der Südsiedlung verläuft die Verbindung von den südlich gelegenen Kleingärten bis zur Altstadt. Entlang dieser Achse entstehen neue generationenübergreifende Angebote, die bestehende Strukturen ergänzen und das Quartier beleben. Ein Gartenpark im Süden schafft gemeinsam mit der Umnutzung bestehender Garagen einen Übergang zwischen Kleingärten und Wohnsiedlung. Sportangebote am Hallenbad sowie die  außerhalb der Schulzeiten nutzbaren Flächen der Sekundarschule erweitern das gemeinschaftliche Angebot.

Mit der „Gemeinsamen Mitte“ entsteht ein zentraler Treffpunkt mit Nachbarschaftscafé, Workshopflächen und Genossenschaftsladen, ergänzt durch das angebundene Generationenhaus. Ein entsiegelter Spielpark im Bereich der Grundschule reagiert auf jüngere Nutzergruppen und mündet in einen Entréeplatz als zentralen Ankunftsort für Schule und Hort.

Die Innenhöfe werden durch Spiel- und Aufenthaltsflächen, Co-Gardening sowie neue Bepflanzungen aktiviert und ökologisch aufgewertet. Ergänzende Laubengänge mit Aufzügen sowie Wintergärten an den Wohnzeilen der Sechziger Jahre, verbessern die Barrierefreiheit und erweitern den Wohnraum. Punktuelle Neubauten entlang der Wege schaffen zusätzliche, vielfältige Wohnangebote und fördern eine soziale Durchmischung im Quartier.


Helena Nienhaus