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März / April 2026

Universität für angewandte Kunst Wien

Das nicht vergessene Haus

The Unforgotten House

von Helena Schenavsky

Hochschule:

Universität für angewandte Kunst Wien

Abschluss:

Master

Präsentation:

22.01.2026

Lehrstuhl:

Architekturentwurf 1, Studio Sam Chermayeff

Rubrik:

Bauen im Bestand

Software:

Rhino, Blender, Adobe Creative Cloud

Das Projekt - Das nicht vergessene Haus - transformiert ein seit dreißig Jahren leerstehendes Gebäude in der Berliner Auguststraße zu einem Kulturhaus. Das 1861 als jüdisches Krankenhaus errichtete Haus trägt eine vielschichtige Geschichte. Der Titel bezieht sich auf Regina Scheers Buch - Das vergessene Haus - und reagiert auf dessen Beschreibung eines Gebäudes, das seine öffentliche Sichtbarkeit verloren hat.


Im Inneren folgt der Entwurf einer Strategie der behutsamen Subtraktion. Ausgewählte Wände werden entfernt. Ihre tragende Funktion übernimmt ein neues Raster aus Stahlträgern, das den historischen Raumstrukturen folgt und sie weiterhin lesbar hält. So entsteht Offenheit, während die innere Ordnung des Bestands bewahrt bleibt.
Das Herzstück bildet eine schwebende Bibliothek. Als leichte, offene Struktur steht sie in bewusstem Gegensatz zur massiven Bausubstanz. Die von der Decke abgehängten Regale lassen den Raum über drei miteinander verbundene Ebenen hinweg offen und durchlässig erscheinen. Eine gegenüberliegende großzügige Treppe öffnet den Blick in die Bibliothek und dient zugleich als Erschließung und Veranstaltungsort.
Das Programm wird durch ein Café, Werkstätten, eine gemeinschaftlich genutzte Küche, Lernräume und ein Archiv ergänzt. Ein zentraler architektonischer Eingriff ist die Neudefinition des Erdgeschosses. Das ehemalige Souterrain wird zum neuen ebenerdigen Hauptzugang. Hier ersetzt eine rotierende Betontür die ursprüngliche Tür. Sie übernimmt deren Geometrie, führt aber eine neue Materialität ein.
Über die Transformation von Raum, Struktur und Programm hinaus schafft - Das nicht vergessene Haus - einen Ort für Austausch und Reflexion über jüdisches Leben in Europa heute und dessen öffentliche Präsenz.


Text von Helena Schenavsky.