Jurypreis
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März / April 2026

Universität der Künste Berlin

Megastruktur Nixdorf Fabrik

Prototypisches Entwerfen im Bestand

von Jolan Attia Cantzen

Hochschule:

Universität der Künste Berlin

Abschluss:

Master

Präsentation:

14.10.2025

Lehrstuhl:

Entwerfen und Baukonstruktion 3, Prof. Bettina Götz, LB Felix Koch / Kunst- und Kulturgeschichte, Prof. Dr. Susanne Hauser

Rubrik:

Industriebauten

Software:

Archicad, Blender, Adobe Suite, Affinity Suite

Das Gebäude am Humboldthain (Berlin Wedding) ist 130.000 qm groß. Es wurde 1984 von HPP Architekten auf dem AEG Areal gebaut und ist als einziges Gebäude des Areals nicht denkmalgeschützt. Es steht seit Januar 2025 leer und wird seit Februar 2026 abgerissen, obwohl sich das Bauwerk in einem sehr guten Zustand befindet. Die ehemalige Nixdorf Computer Fabrik ist im Maßstab näher zu einem Berliner Block als einem Gebäude.


Die flexible Megastruktur beruht auf einem rigiden Raster. Der strukturelle Rahmen des „Gebildes“ (Maki) umfasst ein Rückgrat mit Dienender Zone, an welches ein offener „Omniplatz“ (Davis) anschließt. Die Struktur besteht aus Segmenten, die spiegelsymmetrisch am Rückgrat angeordnet sind und entwerferisch unendlich linear erweiterbar sind. Die „Hardware“ lässt unter-schiedliche Um- und Ausbauten zu – die „Software“ (Wilcoxon) ist extrem flexibel anpassungsfähig. Die Leitstruktur lässt verschiedene Füllstrukturen zu, so wurde die Fabrik bereits zu einem Bürokomplex umgebaut, im Zuge dessen wurden weitere Lichthöfe ergänzt. Die Flexibilität ist das Charakteristikum einer Megastruktur, das zeigt sich auch an dem System des Nixdorf Gebäudes, welches im Laufe der Zeit mehrmals umgenutzt und umgebaut wurde.


Der Entwurfansatz startet am System der Struktur. Ein Segment der Megastruktur wird isoliert vom Gebäude betrachtet. Vier räumliche Strategien differenzieren in Kultur, Arbeit, Wohnen und Freizeit.


Der entworfene Prototyp wird in das Gebäude eingesetzt und an die Umgebung angepasst. Beim Einsetzen in das Gebäude kann je nach Flächenbedarf verschieden gemischt werden. Die Megastruktur wird situativ differenziert. Im Norden fließt die Landschaft des Humboldthains in das Gebäude. Das Untergeschoss wird zum Erdgeschoss und damit zum öffentlichen Platz. Weitere Treppen durchwegen das Gebäude zusätzlich und machen das Bauwerk zugänglicher. Eine vielfältige, nutzungsgemischte Struktur entsteht, die die Struktur als ganzes ablesbar lässt, aber Differenzierungen und Identitäten erzeugt. 75% der Struktur bleibt erhalten.


Text von Jolan Attia Cantzen.