Platz 3
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März / April 2026

Technische Universität München

Design for Disassembly

Reversible School Building Pestalozzi Gymnasium

von Florian Oberascher, Heidi Mai Eder

Hochschule:

Technische Universität München

Abschluss:

Bachelor

Präsentation:

23.07.2025

Lehrstuhl:

TUM Chair of Architecture & Construction, Prof. Jeanette Kuo

Rubrik:

Bildungsbauten

Software:

ArchiCAD, Rhino, Blender

Wie kann man ein Konstruktionssystem schaffen dass die Demontage eines kompletten Gebäudes erlaubt, ohne dabei Rohstoffe zu verschwenden und diese wiederverwerten zu können?


Diese Fragestellung war bei „Design for Disassembly„ der zentrale Ansatz. Angefangen mit Prototypen im 1:1 Maßstab wurde ein System entwickelt, dass mittels eines Klemmmechanismus eine Schottenkonstruktion aus Stampflehmblöcken und horizontale Elemente aus Stahl verbindet. Die Hybridkonstruktion mit Stahl ermöglichte es das Programm von 6 Klassenzimmern und einer Sporthalle umzusetzen und dabei die vorgeschriebenen Spannweiten einzuhalten.


Zudem soll sich die Materialität des Gebäudes dabei ergänzen. Der Lehm, als nachhaltiger Baustoff, gibt der ganzen Konstruktion die benötigte Wärme und der Stahl erzeugt ein Gefühl von Leichtigkeit.


Der Schulbau ist südlich vom bestehenden Pestalozzi Gymnasium in München gelegen und öffnet sich in Richtung des zentralen Schulplatzes. Der Höhenunterschied zwischen Fußbodenniveau der Schulen und des Hofes ist dabei eine Herausforderung. Mithilfe des variablen Schottensystems kann auf demselben Niveau der Schule gebaut und mittels terrassierter Stufen eine direkte Verbindung zum Hof geschaffen werden, die zugleich eine Sitzmöglichkeit bietet. Diese Verbindung wird durch die hydraulischen Kipptore auf der Nordseite verstärkt, die bei Öffnung die Trennung zwischen Außen- und Innenraum verschwinden lässt um bei Schulveranstaltungen wie Sommerfesten einen flexiblen Raum entstehen zu lassen.


Die Schotten selbst fungieren als Schwellenräume zwischen den verschiedenen Nutzungen. Der Schottenraum ermöglicht eine Pufferzone zwischen dem Flur, der einen höheren Geräuschpegel hat, und der Klassenzimmer, die eine leise Lernumgebung benötigen und daher auch an der Rückseite gelegen sind. In den Schottenräumen bietet sich zudem die Gelegenheit Sekundärräume unterzubringen wie etwa Toiletten und Sitznischen, Lagerräume in der Sporthalle, sowie Pflanzkörbe im Erdgeschoß. Erschlossen wird das Gebäude an den Seiten mit direktem Zugang zum Hauptflur.


Das Projekt versteht sich als temporärer Bau. Das Ziel dabei ist zu zeigen, dass bei solchen Gebäuden nicht auf Raumqualität verzichtet werden muss, ganz im Gegenteil: Die offengelegte Struktur und Sichtbarkeit der Verbindungen, spiegelt Ehrlichkeit und Bodenständigkeit wider. Es soll ein logisches Verständnis vermittelt werden wie einfach gebaut und wieder abgebaut werden kann mit einem Gebäude das während seiner Lebenszeit allen Anforderungen an Qualität gerecht kommt.


Text von Florian Oberascher und Heidi Mai Eder.