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September/ Oktober 2025

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

minimal.klinik

Neuplanung Level 1i - Krankenhaus

von Jiaqi Liang, Nam Youngju, Carlos Schleich

Hochschule:

Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen

Abschluss:

Master

Präsentation:

07.07.2025

Lehrstuhl:

Lehrstuhl Baukonstruktion, Prof. Hartwig Schneider

Software:

Archicad, Blender, Adobe Creative Suite, Magnific AI

Die Krankenhausreform bringt eine neue Versorgungsform hervor: das Level-1i-Krankenhaus - die Basisstation moderner, wohnortnaher Medizin. Mit einem gezielten stationären Minimalprogramm schließt es die Lücke zwischen ambulanter Praxis und großer Klinik. Es ist der Ort, an dem medizinische Grundversorgung und schnelle Hilfe unter einem Dach zusammenkommen.

Dieses Projekt stellt die Frage: Wie kann diese neue Bauaufgabe architektonisch so formuliert werden, dass sie nicht nur funktionale, sondern auch gestalterische Qualität entwickelt. Der Entwurf versteht das Level-1i-Krankenhaus als Herzstück einer zukunftsfähigen Gesundheitslandschaft - offen, zugänglich und als Stadtbaustein wirksam.

Die programmatische Ausrichtung des vorliegenden Projekts basiert auf einer spezifischen Interpretation des Krankenhaustyps 1i. Hoch technisierte Bereiche werden zugunsten eines klaren und niederschwelligen Versorgungskonzepts bewusst reduziert. Nichtsdestotrotz wird eine gute Anbindung an ambulante Versorgungsstrukturen angestrebt und ein interdisziplinärer Ansatz verfolgt. Wir möchten ein Krankenhaus schaffen, das nicht nur der medizinischen Versorgung dient, sondern auch als aktiver Stadtbaustein im urbanen Gefüge wirkt - offen, zugänglich und im Austausch mit seiner Umgebung.

Das Baugrundstück in Radolfzell ist geprägt von der Nähe zum Naturraum des Bodensees. Es liegt an einer wenig frequentierten Landstraße, flankiert von hohen Säulenpappeln, und grenzt direkt an eine großzügige Parklandschaft. Lockere Vegetation rahmt den Blick zum Seeufer, Wege und Pfade führen durch eine ruhige, fast therapeutisch wirkende Umgebung. Diese landschaftliche Qualität wird zum integralen Bestandteil des architektonischen Konzepts.

Der Baukörper setzt sich aus vier versetzt ineinandergeschobenen Volumen zusammen - eine Antwort auf die kleinteilige Körnung der benachbarten Einfamilienhaussiedlung sowie auf die offene Struktur des angrenzenden Parks. Zwischen den Volumen entstehen differenzierte Außenräume mit unterschiedlichen Qualitäten: vom Vorplatz bis zum Innenhof. Vor- und Rücksprünge differenzieren die Gebäudemasse zusätzlich und vermitteln ihre Dimension sensibel. 

Das Tragwerk folgt einem 8,40-Meter-Raster. Die Stahlbetonstruktur ist einfach und gewichtssparend, mit Holzkörperdecken konzipiert und bleibt gestalterisch zurückhaltend. Die Fassade hingegen spricht eine feinere Sprache: Filigranität und Engmaschigkeit des Holzbaus vermitteln menschlichen Maßstab und Wärme. Eine vorgelagerte Struktur ermöglicht den direkten Austritt aus den Patientenzimmern ins Freie und integriert zugleich den außenliegenden Sonnenschutz. Die sichtbare Lagerung der Fassadenstützen aus Konstruktionsvollholz auf schlanken Stahlfüßen reduziert den visuellen Fußabdruck des Gebäudes, während die leichte Anhebung des Erdgeschosses den Eindruck von Leichtigkeit verstärkt.

Text von Jiaqi Liang, Nam Youngju und Carlos Schleich.