Platz 3
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September/ Oktober 2025

Technische Universität Dortmund

REUSE

Sammeln, Reparieren, Verwenden

von Mansib Mostafa, Daniel Janowitsch

Hochschule:

Technische Universität Dortmund

Abschluss:

Bachelor

Präsentation:

22.09.2025

Lehrstuhl:

Lehrstuhl Baukonstruktion, Studio Piet Eckert & Wim Eckert

Software:

ArchiCAD, Adobe Photoshop, Adobe InDesign, Blender

In der aktuellen architektonischen Auseinandersetzung werden Bauten der Infrastruktur, Produktion und Logistik wenig beachtet, obwohl sie eine entscheidende Rolle für das Gemeinwesen spielen. Diese oft industriell gefertigten Gebäude bleiben anonym, ihre Wahrnehmung beschränkt sich meist auf den reinen Zweckbau. Unser Entwurf stellt die Frage, wie sich solchen Strukturen gestalterische Qualitäten verleihen lassen, sodass sie zu integralen Elementen einer identitätsstiftenden Umgebung werden.

Über die Hälfte des Abfalls in Deutschland entsteht im Bauwesen. Besonders im Ruhrgebiet, das lange von Kohle und Stahl geprägt war, zeigt sich der aktuelle Wandel: Rückbau, Leerstand und ungenutzte Materialien bestimmen heute das Bild. Der Nordsternpark in Gelsenkirchen, ein ehemaliges Zechengelände, bildet dafür den idealen Kontext. Er steht exemplarisch für Transformation, Weiterverwendung und Neuinterpretation. Genau hier setzt die REUSE Halle an. Sie fokussiert auf die Bearbeitung alter Stahlträger und Mauerwerkselemente, die für die Region identitätsstiftend sind und ein zweites Leben erhalten sollen. Damit wird die industrielle Produktion nicht neu erfunden, sondern umgedeutet 

– von linearem Verbrauch hin zu Kreislauf und Wiederverwendung.

Ausgangspunkt war eine entwickelte Grafik, die Materialströme im Bauwesen sichtbar macht von Entstehung und Nutzung über Prüfung und Bearbeitung bis hin zu Wiederverwendung oder Entsorgung. Diese Unterscheidung in Ressource und Tool wurde zum entscheidenden Planungsinstrument und übersetzte sich in die architektonische Struktur.

Die Halle folgt einer klaren Prozesslogik: Sammeln – Reparieren – Verwenden. Eine dauerhafte Stahlprimärstruktur bildet das Gerüst, während eine flexible Sekundärstruktur mit Halbrahmen und Reuse Ziegeln Räume für Prüfung und Bearbeitung schafft. Zentrales Element ist die Kranbahn, die den linearen Ablauf durch ihre Bewegung sichtbar und räumlich erfahrbar macht.


Der Entwurf versteht sich als Zusammenspiel analoger und digitaler Werkzeuge: Grafik, Modellbau und digitale Methoden wurden gleichwertig eingesetzt und bilden gemeinsam das Medium des Entwurfs.

Text von Mansib Mostafa und Daniel Janowitsch.