September/ Oktober 2025
Fachhochschule Potsdam
Haus am Opernplatz
Erhalten, Umbauen, Erweitern
Fachhochschule Potsdam
Bachelor
16.07.2025
Entwurf und Baukonstruktion: Prof. Dipl.-Ing. Arch. Peter Eingartner
Archicad, Cloud Compare, Rhino, Photoshop, ChatGPT
Das „Haus am Opernplatz“ ist ein 5- bis 13-geschossiges Wohn- und Geschäftshaus. Es wurde 1970 von Rolf Gutbrod als Teil des „Opernviertels“ geplant und realisiert. 233 Eigentumswohnungen erstrecken sich entlang des 115 Meter langen Gebäudes. Die Erdgeschosse sind mit Gewerbeeinheiten besetzt, welche teilweise bis in das 1. Obergeschoss reichen. Auch Teile des Untergeschosses werden gewerblich genutzt. Auf einer Fläche von 5.346 m² befinden sich die Kellergeschosse samt zwei Tiefgaragen. Das Haus verfügt über insgesamt sechs Treppenhäuser (Drei- bis Achtspänner) und damit auch sechs Adressen.
Anstelle des Opernplatzes wurde mit Spenden aus Großbritannien der heute noch existierende Shakespeareplatz realisiert. Typisch für Rolf Gutbrod und die 1960er-Jahre sind die, vor allem bei der Straßenüberbauung sichtbaren, Stahlbetonflächen sowie der Einsatz von vorgehängten Fassadenplatten. Die Fassadenplatten werden beim Haus am Opernplatz zu einem entscheidenden Gestaltungselement. Im Gegensatz zu vielen gleichartigen Objekten dieser Zeit verschieben sich die vertikalen Fugen zueinander, wodurch keine dieser Fugen direkt übereinander liegt. Dies betont die Wirkung der horizontal durchlaufenden Fuge (8 mm), welche durchgehend ist. Die hinterlüftete Faserzementfassade ist asbestbelastet.
Die tragende Primärstruktur des Hauses setzt sich in den Gewerbeeinheiten aus einem Stahlbetonskelett und in den Wohneinheiten aus einer Schottenbauweise zusammen. Dabei orientieren sich die Schotten immer Richtung Bismarckstraße oder Shakespeareplatz. Die größten Gewerbeeinheiten befinden sich ebenfalls zum Shakespeareplatz orientiert. Sie stehen leer, bieten aber mit ihrem flexibel nutzbaren Stützengrundriss Platz für Umnutzung. Sie verfügen außerdem über typisch eng geschalte, sichtbare Betonflächen, welche von hohem ästhetischen und historischem Wert sind.
Text von Joke Rosenberger.