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September/ Oktober 2025

Hochschule RheinMain Wiesbaden

Blüte Bochum

Ein Kinder- und Jugendheim für das Gerberviertel

von Leann Klement

Hochschule:

Hochschule RheinMain Wiesbaden

Abschluss:

Bachelor

Präsentation:

24.07.2025

Lehrstuhl:

Gebäudelehre und Entwerfen, Prof. Dr.-Ing. Georg Ebbing, Prof. i.V. Dipl.-Ing. Faraneh Farnoudi, Prof. Dipl.-Ing. Christina Jagsch

Software:

ArchiCAD, Photoshop

Die Blüte Bochum, das neue Kinder- und Jugendheim im Herzen Bochums, zeigt eine Revitalisierung des postmodernen Passagenbaus in ein soziales Gemeinschaftshaus, bei dem temporäres Wohnen in den ersten beiden Geschossen im Vordergrund steht. Ziel ist es, durch architektonische Mittel marginalisierten Kindern Schutz, ein Zuhause und damit eine Zukunftsperspektive bieten zu können.

KONZEPT UND STÄDTEBAU
Das bestehende Gebäude erscheint in der offenen Blockrandbebauung sehr geschlossen, was hier als Qualität der Privatheit interpretiert wird. Charakteristische Elemente wie die vertikale Fassadengliederung, verwinkelte Ecken und die inszenierten Innenraumelemente bleiben erhalten. 
Inspiriert von der Struktur einer Blüte ergibt sich ein zentraler Kern mit drei Hauptzonen, an den Treppenräume, Erschließung und Nebenräume kompakt anschließen.


GRUNDRISSE
Schon am Eingang wird durch eine große Geste die Bedeutung des Netzes als architektonisches Element deutlich, das Sichtverbindungen zwischen Geschossen herstellt. Im Erdgeschoss liegen Gemeinschaftsräume wie Bibliothek, Veranstaltungsraum, Werkraum und Rückzugsorte, ergänzt durch pädagogische und Verwaltungsräume sowie den Speisesaal mit Küchenzeilen, bewusst straßenseitig angeordnet. Im 1. Obergeschoss schaffen die Netze vor den Wohneinheiten Pufferzonen. Auch hier zeigt sich der Aufbau mit Kern, Erschließungsring, Ankommens- und Versorgungszone sowie angegliederten Wohneinheiten.


INNENRAUMGESTALTUNG
Wie die Blüte wachsen auch Kinder in den Zimmern des Heims heran. So brauchen Sie ausreichend Platz zum Spielen, Verstecken, Ruhen und vieles mehr.
Das zentrale Thema des Netzes bietet ihnen nicht nur Spiel und Spaß, sondern auch die Möglichkeit, sich dem Trubel in kleine Nischen zu entfliehen.
Das Gefühl der Gemeinschaft entsteht über die laubengangartige Erschließung, auf der Betreuende wichtige Blickbeziehungen über den gesamten Kernbereich erhaschen können.


UMGANG MIT DEM BESTAND
Vorhandene Vor- und Rücksprünge der Fassade erzeugen ein lebendiges Schattenspiel und unterstreichen ihre bestehende Komplexität. Die Kirche im Hintergrund verweist zudem auf eine mögliche symbolische Verbindung.

Der Fassadenausschnitt zeigt die bestehenden vorgesetzten Ziegel, die in den ersten beiden Geschossen geschlämmt werden und so eine klare Abgrenzung schaffen. Die Schlämmschicht zieht sich dabei wie ein gezacktes Band um das Gebäude und verleiht ihm einen kindlichen Charakter. Die vertikalen Fensterstränge mit stehfalzverkleideten Absturzsicherungen betonen die Vertikalität und greifen postmoderne Elemente auf. Farblich kontrastiert der rot-orange Klinker mit den mintgrünen Elementen und wird durch das dezente, zarte gelb der Aluminiumfenster abgerundet.

Text von Leann Klement.