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Mai / Juni 2024

RPTU Kaiserslautern

An der URANIA

Berliner Künstlerprogramm des DAAD Neugedacht

von Andras Kispal

Hochschule:

RPTU Kaiserslautern

Abschluss:

Diplom

Präsentation:

14.04.2024

Lehrstuhl:

Methodik des Entwerfens FB Architektur RPTU Kaiserslautern Prof. Dirk Bayer

Rubrik:

Kulturbauten

Software:

ArchiCAD, Cinema 4D + Corona

Das von Werner Düttmann in den 60er Jahren erbaute Bürohochhaus an der Urania-Straße in Berlin steht seit Jahren leer, wird gerade schadstoffsaniert und anschließend abgerissen.
Unsere Aufgabe im Rahmen der Diplomarbeit war es, ein sinnvolles Nutzungskonzept zu entwickeln und das Haus zu sanieren.

Zu Beginn muss man die Ursachen verstehen, die dazu geführt haben, dass ein Haus jahrelang leer steht und nicht genutzt wird. Dies ist kein Phänomen, das nur in Berlin zu finden ist, sondern deutschlandweit gibt es Fälle, in denen Bürohochhäuser aus verschiedenen Gründen wie Schadstoffbelastung, Insolvenz oder einfach der Umzug der Eigentümer dazu geführt haben, dass die Häuser leer stehen und kein Interesse seitens der Besitzer besteht, sie weiter zu nutzen. Um dies zu umgehen, müssen folgende Punkte beachtet werden:

1. Es sollten zwei oder mehrere Nutzer oder Nutzungen im Haus stattfinden, sodass im Falle des Wegfalls einer Nutzung aus welchen Gründen auch immer das Haus nicht völlig leer steht und vor allem nicht vom Abriss bedroht ist, solange das Haus bis zu einem gewissen Grad noch genutzt wird.
2. Die Nutzung sollte verschiedene Funktionen umfassen, die sich gegenseitig ergänzen oder voneinander profitieren können oder unter einem übergeordneten Thema zusammengefasst werden.
3. Die Nutzung sollte eine emotionale Verbindung zwischen Nutzer und Haus herstellen und eine gewisse Wertschätzung hervorrufen, unabhängig von jeglichen ästhetischen Aspekten des Hauses.

Konzept:
Das Berliner Künstlerprogramm des DAAD ist ein Residenzprogramm für internationale Künstlerinnen und Kulturschaffende aus den Bereichen Bildende Kunst, Film, Literatur, Musik und Klang. Jährlich lädt es Künstlerinnen nach Berlin ein, um ihnen ein Jahr lang ohne den alltäglichen Druck kreatives Arbeiten zu ermöglichen. Das Ziel des Programms ist es, die Künstlerinnen zusammenzubringen und einen Austausch zu ermöglichen, um neue Lernprozesse anzustoßen und durch den Austausch neue Ideen zu entwickeln. Während des Stipendienjahres finden Ausstellungen, Konzerte, Lesungen und andere Events statt, bei denen die Künstlerinnen ihre Arbeiten präsentieren können.

Nach genauerer Analyse konnte festgestellt werden, dass alle Künstlerinnen in individuellen Wohnungen leben, die gelegentlich mit einem Atelier kombiniert sind. Galerie und Verwaltung sind ebenfalls an anderer Stelle angesiedelt, hauptsächlich im Westen Berlins verteilt. Um dem Anspruch des BKP gerecht zu werden und einen bestmöglichen Austausch sowie Begegnungen zu ermöglichen, werden alle Funktionen - Wohnen, Arbeiten, Ausstellung, Vortrags- bzw. Konzertsaal und Verwaltung - im Urania-Gebäude zentralisiert. Zusätzlich wird das Konzept durch studentisches Wohnen erweitert, und ein teilweise für das Laienpublikum zugänglicher Atelierbereich wird geschaffen.

Text von Andras Kispal.