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Mai / Juni 2024

RWTH Aachen

Housing Now!

A Construction System for Responsible Densification

von Franziska Müller, Britta Schebesta

Hochschule:

RWTH Aachen

Abschluss:

Master

Präsentation:

22.08.2023

Lehrstuhl:

act of building Junior Professorship of Construction and Design, Jun.-Prof. Laurens Bekemans

Rubrik:

Wohnbauten

Software:

Archicad, Lumion

Die Krisen unserer Zeit sind zahlreich. Unweigerlich müssen wir ihnen gegenüberstehen, um als Gesellschaft in Zukunft zu überleben und die Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen langfristig zu erhalten. Wir möchten durch unser Handeln in unserem Fachgebiet dazu beitragen, Veränderungen herbeizuführen. In urbanen Gebieten wächst der Bedarf an Wohnraum stetig, während die Baukosten steigen und der Klimawandel neue Herausforderungen mit sich bringt. Auch Flächenversiegelung ist ein ökologisches Problem, dem wir entgegenwirken müssen.

Unsere Arbeit zielt darauf ab, Architektur zu schaffen, die die Menschen berührt. Lehm als natürliches Baumaterial vermittelt ein Gefühl von Bodenständigkeit und Wärme. Wir möchten Architektur gestalten, die Charakter hat und dennoch Raum zur Aneignung lässt. Als junge Generation angehender Architekten sehen wir uns in der Verantwortung, die notwendigen Veränderungen in der Baubranche voranzutreiben. Politische Entscheidungen sind wichtig, aber bisher nicht ausreichend. Wir möchten konkrete Vorschläge machen, wie die Belastung für  Menschen und Umwelt verringert werden kann, ohne dabei die wirtschaftliche Machbarkeit zu vernachlässigen.

In unserer Masterthesis setzen wir uns mit der ökologisch und sozial verträglichen sowie wirtschaftlich darstellbaren Nachverdichtung des Wohnraums am Beispiel von Aachen auseinander. Wir stellen ein Bausystem zusammen, das sich nachhaltiger Baustoffe bedient und für die Verwendung im Umgang mit Bestand geeignet ist. Wir haben ein Bausystem zur Aufstockung von Bestandsgebäuden mit förderfähigem Wohnraum entwickelt. Das Konzept bewegt sich mit strohballengefüllten Wänden und Stampflehmkappendecken zwischen Vorfertigung und Selbstbaumethoden. Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass Nachhaltigkeit und Kosteneffizienz vereinbar sind, wenn ein niedriger Verarbeitungsgrad der Komponenten gezielt genutzt wird. Alle Bauteile bestehen aus Lehm, nachwachsenden Rohstoffen wie Stroh und Holz oder im Sinne der Kreislaufwirtschaft aus wiederverwendeten Elementen. Besonders Strohballen sind als Baumaterial hervorzuheben – ein Abfallprodukt, das sich ohne weitere industrielle Verarbeitung direkt aus der Landwirtschaft beziehen lässt, CO2 einspeichert und welches gute Wärme- Schall- und Brandschutzeigenschaften mitbringt.

Durch die Entwicklung eines Baukasten-Systems aus zum  Teil bestehenden Teillösungen und der Betrachtung von Schnittstellen und Knotenpunkten können Erschwinglichkeit, Verfügbarkeit und Effizienz gesteigert werden. Hinzu kommt die Möglichkeit zur stetigen Verbesserung des Systems auf  Basis der Erkenntnisse einzelner Projekte. Am Beispiel zweier Typologien – Minderbebauung innerhalb von  Blockrandstrukturen und Mehrfamilienhäusern in Zeilenform – wenden wir die gewonnenen Erkenntnisse im Rahmen von Entwurfsprojekten an.

Text von Franziska Müller und Britta Schebesta.