Zwischen Transformation, Erinnerung und Gemeinschaft: BDA Masters 2025 ausgezeichnet

Der BDA NRW prämierte fünf Bachelorarbeiten aus Architektur und Städtebau, die sich mit aktuellen Fragen zu Bestand, Landschaft, Erinnerungskultur, Wohnen und Teilhabe befassen. 

Der Bund Deutscher Architektinnen und Architekten NRW (BDA NRW) verlieh Ende November 2025 an der Hochschule Bochum den BDA Masters 2025. Die Auszeichnung richtet sich an Absolvent*innen aus 13 NRW-Hochschulen, die im Bachelorstudium überzeugende architektonische und städtebauliche Ansätze entwickelt haben. Aus 30 nominierten Arbeiten wählte die Jury fünf Projekte aus, die jeweils ein Stipendium von 2.000 Euro für den Start ins Masterstudium erhielten. Erstmals wurde aufgrund eines Stimmengleichstands der „Preis der Nominierten“ doppelt vergeben. 

Die thematische Bandbreite der Arbeiten reicht von der Auseinandersetzung mit Bauten der 1970er-Jahre über Wohnmodelle im Zusammenspiel mit Landschaft bis hin zu Fragestellungen der Erinnerungskultur und partizipativen Stadtentwicklung. Die Jury betonte, dass die ausgezeichneten Projekte nicht nur einen sachlichen Umgang mit bestehenden räumlichen und gesellschaftlichen Bedingungen zeigen, sondern auch die Möglichkeiten architektonischer Mittel differenziert ausloten.

Preisträger*innen

Preise:

  • Transformation eines zeittypischen Verwaltungsgebäudes der 1975er Jahre
    Lennart Girkes, Fachhochschule Dortmund
  • Wohnen mit Bäumen
    Rosa Menke, Hochschule Düsseldorf (PBSA)
  • Taubenhaus
    Oliver Majewski, Hochschule Düsseldorf (PBSA)
  • #Transit – Stiller Weg zwischen den Zeiten
    Nicolas Jochum, Hochschule Bochum
  • Die Stadtbaustelle als Urbane Praxis
    Julian Krüger und Lorenz Rhiner, Alanus Hochschule

Preis der Nominierten:

  • Olympia 2040
    Dominik Nehring, Levien Klünder, TU Dortmund
  • Wohnen mit Bäumen
    Rosa Menke, Hochschule Düsseldorf (PBSA)

Jury

  • Prof. Karin Damrau (Hochschule RheinMain, Wiesbaden)
  • Martin Halfmann (Halfmann Architekten, Köln), Juryvorsitz
  • Maike Holling (MS PLUS ARCHITEKTEN BDA, Münster)
  • Tim Scheuer (smaa.studio architekten BDA, Aachen)
  • Iris Willems Bender (willems.bender architektin bda, Trier)

Große Sorgfalt im Entwurf

Die Jury würdigte unterschiedliche Herangehensweisen an zeitgenössische Aufgaben. Die Arbeit von Lennart Girkes zeigte, wie sich Verwaltungsbauten der 1970er-Jahre für Wohnen, Arbeiten und gemeinschaftliche Nutzung öffnen lassen. Seine Grundrisse und die konstruktive Weiterentwicklung des Bestands überzeugten. 

In „Wohnen mit Bäumen“ verband Rosa Menke vorhandene Landschaft, Baumbestand und ein ehemaliges Kesselhaus zu einem vielschichtigen räumlichen Gefüge. Die Jury lobte die klare städtebauliche Setzung und die sorgfältige Ausarbeitung der Wohnformen.

Mit „Taubenhaus“ entwarf Oliver Majewski einen Pavillon für ein Schützenvereinsheim in Neuss und schuf eine kompakte, flexibel nutzbare Kleintypologie. Die Jury hob die konstruktive Bearbeitung und die Auseinandersetzung mit den räumlichen Anforderungen des Vereins hervor.

Nicolas Jochums „#Transit“ entwickelte einen linearen Erinnerungsraum am ehemaligen Checkpoint Bravo in Berlin. Der Entwurf nutzte die Wegeführung, um Abstand, Orientierung und Reflexion zu ermöglichen und verzichtete bewusst auf museale Gesten.

In „Die Stadtbaustelle als Urbane Praxis“ untersuchten Julian Krüger und Lorenz Rhiner, wie temporäre Strukturen Beteiligung und lokale Identifikation stärken kann. Der Ansatz zeigte, dass gemeinsames Bauen neue soziale Bindungen erzeugt und in der Lage ist, Prozesse der Stadtentwicklung sichtbar zu machen.