Strukturwandel gestalten: Campus Masters Juli/August entschieden
Ob Hochhaus, Bunker, Tabakscheune oder neues Bausystem: Die prämierten Arbeiten der Campus Masters Juli/August 2026 setzen sich mit der typologischen und konstruktiven Weiterentwicklung unserer gebauten Umwelt auseinander.
Die vier Preisträger*innen dieser Sommerrunde unterscheiden sich im Maßstab und Thema, teilen jedoch ein Ziel: überholte Strukturen wieder nutzbar zu machen. Zwei Projekte stellen sich die Frage: Wie können Kulturdenkmale ein lebendiger Teil der heutigen Gesellschaft werden? Trotz unterschiedlicher Ansätze machen sie historische Bauten durch zeitgemäße Nutzungen erlebbar. Die beiden anderen prämierten Abschlussarbeiten entwickeln Konzepte, um urbane Strukturen durch Verdichtung in Verbindung mit nachhaltigem Neubau weiterzuentwickeln.
Den Jurypreis verliehen diesmal Lisa Zander, Marius Töpfer, Renée Tribble, Dominique Peck und Marieke Behne von projektbüro aus Hamburg. Er geht an Annika Brammer und Fynn Stellan Marz (Bauhaus-Universität Weimar) für ihre Masterarbeit A UND B:WA(H)RE. Das Projekt transformiert ein bestehendes Hochhaus und ergänzt es um ein Wohngebäude. Das Ensemble zielt auf eine gegenseitige Bereicherung von Altem und Neuem ab. Die Jury lobt den sensiblen Umgang mit dem Vorgefundenen, der in eine eigenständige, überzeugende Vorstellung von Raum, Städtebau und Architektur mündet. Überzeugend sei laut Jury zudem die gute Repräsentation der eigenen Arbeit in präziser Zeichnung und Modell.
Vanessa Zwinger (Technische Universität Braunschweig) sichert sich mit ihrem Projekt Aqua ad Filum den 1. Platz im Online-Voting. Sie entwickelt den Bunker Valentin in Bremen zu einem Zentrum für regenerative Materialgewinnung. Dort soll ein Produktionsstandort für algenbasierte Textilien entstehen mit dem Ziel, das Herstellungsverfahren stärker in Deutschland zu verankern und in bestehende Leerstände zu integrieren.
Den 2. Platz belegt Emily Mayer mit ihrer Masterthesis Bestand mit Zukunft. Die Studentin der Hochschule Trier setzt sich dabei mit einer Typologie auseinander, die das Landschaftsbild des Kraichgaus prägt: die Tabakscheune. Das Gebäude soll künftig als Erinnerungsort für die Geschichte des Tabakanbaus dienen und zugleich einen Begegnungsraum für die ländliche Region schaffen.
aussen lehm von Lena Kopsieker (Bauhaus-Universität Weimar) landet auf dem 3. Platz. In ihrer Masterthesis entwirft sie ein Bausystem aus Lehmsteinen und Holz, das die Qualitäten des Lehms konsequenter erfahrbar machen soll – etwa durch unverputzte Lehmwände mit Witterungsschutz. Das System will zur Verdichtung urbaner Räume mit Wohnstrukturen beitragen.
Alle Preisträger*innen dieser Wettbewerbsrunde erhalten Publikationen aus den Verlagen Birkhäuser und JOVIS. Ferner haben sie sich für die Teilnahme an der Jahreswertung qualifiziert. Aktuelle Informationen zum Wettbewerb und weitere Termine gibt es auf Instagram.
Campus Masters wird unterstützt von GIRA.