Ein Raum zum Weiterdenken: Das h k a + lab

In Düsseldorf ist ein Arbeits- und Denkraum entstanden, in dem Abschlussprojekte mit einem Netzwerk aus erfahrenen Planer*innen kollektiv weiterentwickelt werden.

„Es ging uns darum, einen Ort zu schaffen, an dem Arbeiten nicht einfach abgegeben werden, sondern weiterleben können“, beschreibt Prof. Barbara Holzer die Motivation hinter dem h k a + lab, das sie mit ihrer Büromitarbeiterin Adela Hass initiierte. Als Spin-off von Holzer Kobler Architekturen entstand so in Düsseldorf ein nicht-institutioneller Ort, der die Lücke zwischen Studium und Berufspraxis schließen soll. Gemeinsam mit einem Netzwerk aus erfahrenen Planer*innen aus Architektur, Szenografie und gesellschaftlicher Praxis fördert das Lab Wissensproduktion sowie neue Formen der Zusammenarbeit. Es unterstützt angehende Architekt*innen und ihre Projekte, die an der Universität entwickelt wurden und hier weitergeführt werden können – räumlich, finanziell als auch kollektiv.

#ToBeContinued präsentiert Abschlussprojekte, die eine Geschichte erzählen: Konzepte, die weiterentwickelt und umgesetzt wurden, und den Absolvent*innen einen erfolgreichen Berufseinstieg ermöglicht haben.

Ein Arbeitsraum für die Zeit nach der Uni 

Es begann mit der Suche nach dem geeigneten Raum. Nur acht Gehminuten von der Hochschule Düsseldorf (PBSA) entfernt fand das Team ein ehemaliges Ladengeschoss, das zuvor als Druckerei und noch früher als Ballongeschäft diente. Statt einer klassischen Büroetage war es entscheidend, einen Ort mit direkter Präsenz im Stadtraum zu wählen. Diese räumliche Offenheit sei programmatisch: Sie ermögliche Zugänglichkeit und kollektive Nutzung. Im Gespräch beschrieben Adela und Barbara den Prozess als ein „gemeinsames Einrichten eines Denkraums“. Der Raum scheint so selbst zum Experimentierfeld für neue Arbeitsweisen zu werden.

Formate für das Arbeiten im offenen Prozess

Im h k a + lab wird laut den Beteiligten bewusst prozesshaft gearbeitet. Projekte sollen hier nicht linear entstehen, sondern durch Phasen des Innehaltens und Neujustierens. Kollektive Diskussionen strukturieren den Ablauf, ohne ihn zu formalisieren. Ziel ist es, Projekte in neue Kontexte zu überführen und ihre Relevanz jenseits des akademischen Rahmens zu prüfen. Regelmäßige öffentliche Soirées ergänzen das Programm und bieten Raum für Austausch. 

Das Lab agiere unabhängig von klassischen Institutionen: Holzer Kobler Architekturen finanziert das Projekt – von der Miete über die technische Ausstattung bis zu den laufenden Kosten. Ergänzend ermöglicht das Büro Absolvent:*nnen durch finanzielle Unterstützung die intensive Auseinandersetzung mit ihren jeweiligen Projekten – ein Freiraum, der ohne finanzielle Unterstützung oft nicht möglich wäre. Anders als an Universitäten, wo Mittel oft knapp sind, bietet das Lab eine stabile Basis für kontinuierliches Arbeiten am eigenen Projekt. Es schafft außerdem, die Young Professionals der Post-Academia in ein praxisnahes Netzwerk einzubinden, sie weiterzuqualifizieren, ihren Weg in die Selbstständigkeit zu fördern und sie so zu Expert*innen in ihrem gewählten Thema zu machen. 

Das erste Projekt zum Weiterdenken

Eine der ersten Arbeiten die im Lab betreut wird, ist die Masterthesis „Identität ohne Adressbildung: Innerstädtische Safe- und Empowermentspaces für Frauen“ von Stipendiatin Nina Sohnemann. Sie untersucht urbane Schutz-, Sichtbarkeit- und Empowermenträume für FLINTA*. Aus Mappings, Stadtspaziergängen und Umfragen entwickelte Nina Vorschläge, um bestehende Leerstellen als Ressource zu nutzen und zu transformieren. 

Im h k a + lab wird dieser intersektional-feministische Ansatz von räumlichen Setzungen bis hin zu sozialen und programmatischen Dimensionen nun erweitert. So sollen sich konkrete Handlungsspielräume für die Düsseldorfer Stadtentwicklung definieren. Dabei sollen beispielsweise auch Entscheidungsträger*innen eingebunden werden, etwa im Rahmen der öffentlichen Soirées. Eine dieser Veranstaltungen wird Nina Sohnemann selbst gestalten und ihre Arbeit zur Diskussion stellen. Der Fokus liegt nicht nur auf mögliche Umsetzungen ihrer Entwurfsansätze, sondern auch die Frage, wie ihre Analysen zukünftig Einfluss auf städtische Entscheidungsprozesse haben können.

Was daraus entsteht, bleibt offen. We stay tuned, denn: Das h k a + lab ist ein Rahmen, in dem Arbeiten über die Hochschule hinaus weiterwachsen – quasi ein physischer Ort für #ToBeContinued.