Raum und Material umdeuten: Campus Masters November/Dezember entschieden
Ob kriegszerstörte Ikone, intakte Wohnbebauung oder gebrauchte Baustoffe: Die prämierten Arbeiten der Campus Masters im November/Dezember 2025 erzählen von der Vielfalt des Bestands und den Möglichkeiten, dessen Raum und Material umzudeuten.
Die preisgekrönten Arbeiten der letzten Campus-Masters-Runde 2025 machen es deutlich: Aus der Verantwortung für die Vergangenheit und ihre Ressourcen entstehen neue, zukunftsfähige Narrative und Baukonzepte. Sie behandeln Fragen des Zusammenlebens und der Kreislaufwirtschaft, aber auch Themen wie Konflikt und Versöhnung.
Den Jurypreis vergaben Jil Bentz und Hendrik Brinkmann von studio jil bentz aus Remich, Luxemburg. Er ging an Charlotte Bardenz (Technische Universität Wien) für ihre Diplomarbeit Neue Zeilen. Mit dem sensiblen Weiterbauen des Nachkriegsbestands erreicht die Arbeit eine hohe gesellschaftliche Relevanz. Die Jury lobte dabei die präzisen Ansätze: „Wenige Griffe, insbesondere in den Erschließungskonzepten, verändern und verbessern die vorhandene Substanz und bieten zudem Räume für Möglichkeiten. So beispielsweise der ‚Raum X‘, der nicht nur dem Laubengang eine erweiterte Lesbarkeit gibt, sondern Wohnformen erweitert.“
Christian Plenz sicherte sich mit seiner Arbeit Große Krisen Kleiner Anfang den 1. Platz im Online-Voting. Der Student der Fachhochschule Münster entwarf und realisierte einen kompakten Baukörper aus gebrauchten Bauteilen, die er im Umkreis von 100 Kilometern beschaffte. Im Selbstbau erprobte und erforschte er so Kreislauffähigkeit im Maßstab 1:1.
Den 2. Platz belegte Andrijana Jovanovic mit ihrer Masterarbeit Generalstab 2.0. Die Studentin der Technischen Universität Wien untersuchte das 1999 durch Bombardierung beschädigte Generalstabsgebäude der jugoslawischen Armee in Belgrad. Die Transformation dieses ikonischen Baus zu einem Zentrum für Kultur und Bildung deutet die ursprüngliche militärische Nutzung dabei konsequent um.
Die Arbeit Von A bis E von Jonah Adib und Vincent Egbert (Berliner Hochschule für Technik) landete auf dem 3. Platz. In ihrer Bachelorthesis setzten sie sich mit dem großmaßstäblichen DDR-Erbe in Halle-Neustadt auseinander. Um den Folgen des dortigen Strukturwandels entgegenzuwirken, entwickelten sie nach einem partizipativen Workshop minimalinvasive Modifikationen des öffentlichen Raums und flexibilisierten den Wohnbestand.
Alle Preisträger*innen dieser Wettbewerbsrunde erhalten frische Publikationen von DOM publishers. Ferner haben sie sich für die Teilnahme an der Jahreswertung qualifiziert. Aktuelle Informationen zum Wettbewerb und weitere Termine gibt es auf Instagram.
Campus Masters wird unterstützt von GIRA.