Eine Veranstaltung mit Ausrufezeichen: Symposium „Territorial Turn!“ in Graz

Das Institut für Städtebau der Technischen Universität Graz organisiert am 15. und 16. September 2022 das internationale Symposium „Territorial Turn! Towards just, ecological and collaborative urbanism“. Das beeindruckende Panel von Vortragenden, orchestriert von Prof. Aglaée Degros, wird sich über die aktuellen akuten Herausforderungen des Städtebaus austauschen. 

Technische Universität Graz

sr | 01.09.2022

Die österreichische Stadt Graz wird wieder mal zum Treffpunkt internationaler Wissenschaftler*innen, Studierenden und Planer*innen aus der Architektur, dem Städtebau, der Landschaftsarchitektur und weiteren verwandten Disziplinen. Das Symposium „Territorial Turn! Towards just, ecological and collaborative urbanism bietet vom 15. bis 16. September 2022 die Möglichkeit, mit internationalen Fachgästen in einen direkten Austausch zu treten. Prof. Aglaèe Degros fordert zum offenen Dialog auf, denn nur so lassen sich die zukunftsorientierten, teils neuen Ansätze ausführlich diskutieren und hinterfragen.

Ein Start mit Ausrufezeichen

Das Format und die Gäste ermöglichen eine niedrigschwellige Wissensvermittlung. Input-Vorträge von Keynote Speaker*innen, Präsentationen von Projekten und wissenschaftlichen Arbeiten sowie moderierte Diskussionsrunden sorgen für ein abwechslungsreiches Programm. Der erste Tag startet gleich mit dem stringenten Aufruf zu einem territorialen Wandel, initiiert von Aglaée Degros. Damit zusammenhängend führt Prof. Philipp Misselwitz, Professor an der Technischen Universität Berlin und Ko-Geschäftsführer des „Bauhaus der Erde“, die neue Charta des „Bauhaus der Erde“ ein. Das Ausrufezeichen wird gesetzt. Die darauffolgenden Sessions stellen die Fragen: „Who owns the ground?“, „How to negociate common vision?“ und „How to work with existing urban qualities to secure teritorial continuities?“ 

Zu den Keynote Speaker*innen zählen Susanne Eliasson von GRAU, Stefan Rettich von der Universität Kassel, Eva Pfannes von OOZE architects sowie Paola Viganò von der École Polytechnique Fédérale de Lausanne und der università Iuav di Venezia. Aufbauend auf kritischen Positionen, innovativen Ansätzen und lösungsorientierten Haltungen wird durch das Zusammenkommen von Stimmen aus der Forschung und Praxis ein konstruktiver Dialog erwartet. Darüber hinaus erhoffen sich die Organisator*innen einen bereicherndenden informellen Wissenstransfer, der durch das persönliche Treffen ermöglicht werden soll.

Ein Institut – eine kräftige Aussage – ein multimediales Plädoyer

Die einseitige Betrachtung des Städtebaus als Disziplin, die Gebäude im Raum strukturiert, zoniert und formt, stößt in Zeiten von vielschichtigen Krisen an die Grenzen, so Aglaée Degros. Die Einflüsse des Klimawandels, kriegerische Auseinandersetzungen und Pandemien haben in den letzten Jahren das viel zu fragile Gleichgewicht unserer gebauten Umwelt bloßgestellt. Der Handlungsbedarf von Seiten der Planenden ist zwingend erforderlich, der imperative Ton des Aufrufs lässt sich nicht mehr besänftigen.

Die Aufforderung zum Definieren einer territorialen Wende baute sich schrittweise auf und wurde in sämtlichen Vermittlungsformaten sichtbar, hörbar und lesbar. Die Haltung des Instituts für Städtebau der TU Graz hat sich in den letzten Jahren immer stärker ausgeprägt. Das Symposium „Territorial Turn!“, das Teil des „New European Bauhaus“-Programms ist, zeichnet sich als ein Abschnitt im Rahmen eines größeren Projektes ab. 

Das Forschungsteam geleitet von Aglaée Degros setzte dafür die theoretische Grundlage in der Publikation „Basics of Urbanism“ (Park Books, 2021), in der 12 Begriffe der territorialen Transformation eingeführt werden. Diese Begriffe bauen den Leitfaden einer zukunftsorientierten Stadtplanungsdisziplin auf. Im September 2021 fand ein erster wissenschaftlicher Austausch als Online-Veranstaltung „Where City and Territory meet…“ statt. Darauf aufbauend entstand in Zusammenarbeit mit dem Haus der Architektur Graz die Ausstellung „Territorial Turn – Plädoyer für einen Paradigmenwechsel im Städtebau“, die von Februar bis April 2022 lief.